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Hospizarbeit

In Alzenau gibt es seit vielen Jahren ein vom Malteser-Hilfdienst getragenes Netz  ambulanter Hospizarbeit sowie seit 2010 ein stationäres Hospiz:





Rückblick: Hospiz Alzenau wurde eingeweiht



Beim Durchschneiden des Bandes: BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis als Schirmherrin, Bürgermeister Walter Scharwies (li.) und Landrat Dr. Ulrich Reuter (re.).

Nach rund einjähriger Bauzeit wurde am Montag, 19. April, das Hospiz Alzenau im Schumannweg feierlich eingeweiht. Betreiber sind der BRK-Kreisverband Aschaffenburg und die Sozialservice-Gesellschaft des BRK. Mit Hilfe des eigens gegründeten Hospiz-Fördervereins, der Stadt Alzenau und des Landkreises Aschaffenburg ist in dieser Zeit in Nachbarschaft des Seniorenwohnens Alzenau ein einstöckiges Gebäude entstanden, das nicht zuletzt aufgrund seines Farbkonzeptes in den Räumen Wärme und Geborgenheit ausstrahlt und das acht Gästen Raum bietet, erläuterte der zukünftige Leiter des Hospizes, Stephan Bergmann, anlässlich der Eröffnung.

Die meisten Menschen haben Angst davor, in ihrem letzten Lebensabschnitt allein gelassen zu werden, niemanden an ihrer Seite zu haben, der sie auf ihrem letzten Weg zumindest ein Stück an die Hand nimmt und begleitet. Fast jeder Mensch wünscht sich ein würdevolles, beschwerdefreies Lebensende in gewohnter häuslicher Umgebung. Doch die Realität sieht anders aus: Für mehr als 70 Prozent der Bevölkerung geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung.


Die Schirmherrin des Alzenauer Hospizes, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, bemängelte in diesem Zusammenhang, dass das Sterben immer noch ein Tabuthema sei. Der Tod werde weitgehend verdrängt, aber ein alter oder schwer kranker Mensch sei immer mehr darauf angewiesen, betreut zu werden. "Entsprechende Einrichtungen werden daher immer bedeutender", bekräftigte sie die Wichtigkeit des Hospizes in Alzenau. "Ich bin stolz auf das, was hier geleistet wurde."


Wenn der Lebensweg zu Ende gehe, spende Hospizarbeit Trost und helfe zu akzeptieren, dass der Tod unumgänglicher Teil des Lebens sei. Deshalb leisteten gerade die ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und Hospizhelfer, Angehörige und Selbsthilfegruppen einen unschätzbar wichtigen Dienst in unserer Gesellschaft. Wenn bei schwerer Erkrankung der Pflege- und Betreuungsbedarf zu Hause aber nicht mehr zu bewältigen ist, stelle ein stationäres Hospiz eine gute Alternative dar, erläuterte Bürgermeister Walter Scharwies in seiner Rede die Beweggründe für das Engagement der Stadt Alzenau: "Ich freue mich, dass die in unserer Stadt entstandene Idee, deren Umsetzung durch zahlreiche Menschen aus der Region unterstützt wurde und wird, nun Realität geworden ist. Alzenau und die Region sind mit dem heutigen Tag um eine wertvolle Einrichtung reicher, eine Einrichtung, die als Synonym steht für die Mitmenschlichkeit, die unsere Heimat auszeichnet", so der Rathauschef.


Er wies auf die besondere Bedeutung des Hospiz-Förderverein Alzenau hin, dessen Arbeit - das zeigten die gemeinnützigen Aktionen von Vereinen und Verbänden - bereits tief im gesellschaftlichen Leben Alzenaus verwurzelt sei. Ingo Niedner, Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins, dankte allen Spendern, die es möglich gemacht haben, dass der Förderverein die Einrichtung des Hospizes bezahlen konnte. Er wies darauf hin, dass jeder Interessierte durch seine Mitgliedschaft eine zusätzliche und wertvolle Hilfe leisten und damit die Betreuung der Gäste in Zukunft sichern könne.


Der in U-Form errichtete Neubau besitzt einen großen Innenhof und zeichnet sich durch viele große Fensterflächen und eine freundliche farbliche Gestaltung aus. Für die Gäste gibt es acht Einzelzimmer, wobei zu jedem Zimmer ein kleines Duschbad und eine kleine Terrasse gehören. Ein weiteres Zimmer ist für die Angehörigen, aber auch als Notfallzimmer gedacht. Im vorderen Bereich des Hauses steht ein großer Aufenthaltsbereich mit Tischen und Stühlen für das gemeinsame Essen sowie eine von allen Bewohnern nach Wunsch individuell zu nutzende Küche zur Verfügung. Eine gemütliche Couchecke lädt zum Entspannen ein. Im Eingangsbereich befinden sich zwei Büros, eines für die hauptamtlichen Mitarbeiter, darunter ab dem 1. Mai die künftige Pflegedienstleiterin Verena Sauer, und eines für die zurzeit 20 in der Hospizarbeit ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter.



Christa Prinzessin von Thurn und Taxis trug sich auf Wunsch von Bürgermeister Walter Scharwies in das Goldene Buch der Stadt Alzenau ein.