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pressedienst

Der Ameisenlöwe, ein raffinierter Insektenfänger
Zum Insekt des Jahres 2010 wurde der Ameisenlöwe (Mymeleon formicarius) gekürt, im Volksmund auch Sandhase genannt. Es handelt sich um einen 17 Millimeter kleinen Räuber, der seine Beute mit einer verblüffenden Methode fängt: Die Insektenlarve baut in sandigem, trockenen Boden bis drei Zentimeter tiefe und acht Zentimeter breite Trichter.
Gerät eine Ameise oder ein anderes Insekt an den Rand des Trichters, so rutscht es im lockeren Sand an den Grund (siehe Grafik). Dort lauert der Ameisenlöwe, packt die Beute mit seinen großen Zangen, injiziert ein lähmendes Gift, zieht sie unter den Sand, saugt sie aus und wirft die leere Hülle über den Trichterrand hinaus.
Der Ameisenlöwe ist die Larve der Ameisenjungfer. Diese ist libellenähnlich und grazil mit vier durchsichtigen etwa dreieinhalb Zenitmeter langen Flügeln. Sie ist mit der Florfliege verwandt. Das erwachsene Insekt ist dämmerungsaktiv und deshalb schwer zu beobachten. Dagegen kann man die Trichter der Ameisenlöwen im Naturschutzgebiet ¿Alzenauer Sande¿ leicht finden (Foto) und mit etwas Geduld auch die Löwen beim Bau der Trichter oder gar beim Fang eines Beuteinsektes beobachten.
Neben der gemeinen Ameisenjungfer (Mymeleon formicarius) kommt im Alzenauer Naturschutzgebiet auch die gefleckte Ameisenjungfer ((Euroleon nostras) vor. Auch deren Larven bauen Trichter im Sand. Eine dritte Art (Disteleon tetragrammicus, ohne deutschen Namen) entwickelt sich am Boden, ohne Trichter zu bauen. Alle Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.