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Gesplittete Abwassergebühr

Finden Sie hier aktuelle Informationen zur Flächenermittlung für die gesplittete Abwassergebühr in Alzenau.

  Telefonische Beratung
  Sie erreichen uns ab dem 11. November 2019 montags bis freitags unter Tel. 06023 502-193.

  Persönliche Beratung
  In den Bürgersprechstunden besteht Gelegenheit, sich bei der Bearbeitung des Fragebogens unterstützen zu lassen und Fragen zum Thema zu klären.

  Dienstag, 12.11.2019, von 9 bis 14 Uhr, Alte Post Alzenau, 2. OG
  Donnerstag, 14.11.2019, von 13 bis 18 Uhr, Alte Post Alzenau, 2. OG
  Samstag, 16.11.2019, von 9 bis 14 Uhr, Rathaus
  Dienstag, 19.11.2019, von 9 bis 14 Uhr, Alte Post Alzenau, 2. OG
  Donnerstag, 21.11.2019, von 13 bis 18 Uhr, Alte Post Alzenau, 2. OG

  ACHTUNG ZUSATZTERMINE:
  Samstag, 23.11.2019, von 9 bis 14 Uhr, Rathaus
  Dienstag, 26.11.2019, von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, Rathaus


  Weitere Termine sind abhängig von der Nachfrage und werden kurzfristig bekannt gegeben.

  Der Zugang zu den Beratungsräumen ist barrierefrei.

Was bedeutet gesplittete Abwassergebühr?

In der Kanalisation der Stadt fließt neben dem Schmutzwasser von den Grundstücken auch das Niederschlagswasser von Dachflächen und sonstigen befestigten Flächen. Eine gesplittete Abwassergebühr bedeutet, dass die Kosten der Abwasserbeseitigung auf Schmutz- und Niederschlagswasser aufgeteilt werden. Während die Kosten der Schmutzwasserbeseitigung über die m³ Schmutzwassermenge umgelegt werden, werden die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung über die m² bebauter und befestigter Flächen verteilt.

Während sehr viele Kommunen in Bayern Ihre Abwassergebühren noch nicht nach dem gesplitteten Maßstab abrechnen, gibt es die gesplittete Abwassergebühr in Alzenau schon seit über 40 Jahren. Bislang wurde für die Wohngrundstücke ¼ der Grundstücksfläche als bebaute und befestigte Fläche angenommen.

Warum werden die bebauten und befestigten Flächen neu ermittelt?

Die Stadt Alzenau ist aufgrundzweier Urteile des Verwaltungsgerichts in Würzburg vom 17.12.2018 dazu verpflichtet worden den Verteilungsmaßstab der versiegelten Flächen für die Wohngrundstücke, die bisher pauschal mit ¼ der Grundstücksfläche angenommen wurden, zu modifizieren.

Relevante bebaute und befestigte Flächen

Bemessungsgrundlage für die Niederschlagswassergebühr ist die Größe der bebauten und befestigten Flächen Ihres Grundstückes, über die Niederschlagswasser in die öffentlichen Abwasseranlagen eingeleitet wird.

Für Grundstücke mit ähnlichen Bebauungsstrukturen und ähnlichen Befestigungsgraden werden Stufen mit entsprechenden Grundstücksabflussbeiwerten gebildet und eine Zuordnung der Grundstücke in die entsprechende Stufe vorgenommen. Dieser Grundstücksabflussbeiwert basiert damit auf den tatsächlich vorhandenen Gebäudeflächen und wird um eine qualifizierte Schätzung der sonstigen befestigten, versiegelten Flächen (Hofeinfahrt, Dachüberstände, etc.) ergänzt.

Der Grundstücksabflussbeiwert (GAB) einer Stufe entspricht dem mittleren Befestigungsgrad der Stufe.

Folgende Stufen mit entsprechenden Grundstücksabflussbeiwerten (GAB) wurden festgelegt:

Stufemittlerer Grundstücks-
abflussbeiwert
(GAB)
Abflussbeiwert
von - bis
Charakteristik der Bebauung und
Befestigung des Grundstücks
0 Einzelveranlagung 0,00 - 0,09  
1 0,15 0,10 - 0,20 minimal "nahezu unbebaut"
2 0,26 0,21 - 0,32 gering "aufgelockert"
3 0,41 0,33 - 0,49 normal
4 0,58 0,50 - 0,65 hoch "verdichtet"
5 0,76 0,66 - 0,87 sehr hoch "stark verdichtet"
6 0,94 0,88 - 1,00 maximal "nahezu voll bebaut"

Die gebührenrelevante Fläche ergibt sich, indem die Grundstücksfläche mit dem mittleren Grundstücksabflussbeiwert multipliziert wird. In Stufe 0 entspricht die tatsächliche Fläche der gebührenrelevanten Fläche.

Zisternen und ähnliche Behältnisse

Wenn das von befestigten Flächen abfließende Niederschlagswasser in Zisternen oder ähnlichen Behältnissen mit einem Fassungsvermögen von mindestens 4 m³ gesammelt und auf dem Grundstück verwendet wird, gelten besondere Regelungen:

Soweit es von der Zisterne keinen direkten oder mittelbaren Anschluss an die Abwasseranlage gibt, ist die in die Zisterne einleitende Fläche nicht an die öffentliche Niederschlagswasserbeseitigung angeschlossen.

Bei Zisternen mit mindestens 4m³ Fassungsvermögen und Überlauf in die öffentliche Kanalisation werden pro m³ Stauraum 25 m² gebührenrelevante Fläche bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühren abgezogen. Maximal kann jedoch ein Abzug in Höhe der tatsächlich an die Zisterne angeschlossenen Flächen erfolgen.

Ablauf des Verfahrens

Zur Ermittlung aller bebauten und befestigten Grundstücksflächen wurden Luftbilder aufgenommen und anschließend digital ausgewertet. Um sicherzustellen, dass die erstellten Auswertungen korrekt sind, erhalten alle Grundstückseigentümer ab 9.11.2019 einen Fragebogen mit den Ergebnissen der Luftbildauswertung. Eine Rücksendung des Bogens wird dann notwendig, wenn:

  • die tatsächliche Entwässerungssituation auf dem Grundstück zu einer Eingruppierung in eine andere Stufe führt
  • die tatsächliche bebaute und befestigte Fläche um mehr als 400 m² von der gebührenrelevanten Fläche abweicht, ohne dass es zu einer Eingruppierung in einer anderen Stufe kommt
  • eine Zisterne genutzt wird

In diesen Fällen wird die Rücksendung des Bogens bis 9.12.2019 erbeten.

Kontakt

Oliver Rickert
Hanauer Straße 1
63755 Alzenau

Telefon06023 502-124
Fax06023 502-324
E-MailE-Mail schreiben

Häufig gestellte Fragen

Spielt die Versiegelungsart der versiegelten Flächen eine Rolle (z.B. Rasengitterstein) bei der Ermittlung der gebührenrelevanten Flächen?

Die Versiegelungsart bleibt unberücksichtigt. Es ist nur von Relevanz, ob die versiegelten Flächen an die öffentliche Abwasserbeseitigung angeschlossen sind oder nicht. Grund dafür ist, dass ein Großteil der Kosten der Abwasserbeseitigung aus Vorhaltekosten besteht, da das Abwassernetz auf ein Starkregenereignis ausgelegt werden muss. Im Starkregenereignis erfolgt die Ableitung in den Kanal unabhängig von der Versiegelungsart.

Können Regentonnen als Zisterne berücksichtigt werden?

Als Zisterne zählen nur Auffangeinrichtungen, die fest mit dem Boden verbunden sind und ganzjährig genutzt werden. Regentonnen können insofern nicht als Zisterne berücksichtigt werden.

Werden private Versickerungsanlagen gebührenmindernd berücksichtigt?

Nachweislich auf dem Grundstück zurückgehaltene und zur Versickerung gebrachte Flächen gelten als nicht angeschlossen. Kann ein entsprechender Nachweis erbracht werden, dass die öffentliche Abwasserbeseitigung nicht genutzt wird, sollte dies im Anhörungsbogen entsprechend vermerkt werden.

Wie sind Dachflächen auszumessen?

Für die Dachflächen zählt „der Blick von oben“. Das heißt die Dachflächen setzen sich zusammen aus der Grundfläche des Gebäudes zuzüglich der Dachvorsprünge. Flächen unterhalb der Dachvorsprünge (z.B. Terassen) sind ohne die unter den Dachvorsprüngen liegenden Flächen anzugeben, also die reinen Freiflächen (Sicht von oben).

Wie hoch wird die künftige Niederschlagswassergebühr pro m² sein?

Die Höhe der Niederschlagswassergebühr kann erst nach Beendigung des Flächenermittlungsverfahrens berechnet werden.

Bekommt die Stadt Alzenau durch die genauere Flächenermittlung zusätzliche Einnahmen?

Nein, die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung wurden bisher auch voll über die Abwassergebühren finanziert. Wie bisher darf die Stadr in der Abwasserbeseitigung weiterhin nicht mehr Gebühren einnehmen, als sie zur Deckung der entstehenden Kosten benötigt.

Spielt es eine Rolle, ob mein Grundstück im Misch- oder Trennsystem entwässert wird?

Nein. Für die Gebührenbemessung kommt es nur darauf an, was der Benutzer der Einrichtung einleitet. Es spielt keine Rolle wie die Gemeinde das eingeleitete Abwasser beseitigt und welche Kosten ihr hier im Einzelfall entstehen.

Die tatsächliche Kostenverursachung ist für jedes Grundstück unterschiedlich. (z.B. Grundstück nahe der Kläranlage, das wenig Kanalisation nutzt und Grundstück weit weg von der Kläranlage, das viel Kanal nutzt). Das Gebührenrecht unterscheidet nur danach ob man den Vorteil der Nutzung der Anlage hat oder nicht, nicht welche Kosten tatsächlich dafür entstehen.

Ist es in Ordnung wenn im Anhörungsbogen nur die Flächen dargestellt werden, die nicht angeschlossen sind und der Rest in der Gesamtsumme als angeschlossen bezeichnet wird?

Wenn der Grundstückseigentümer mit der ermittelten Fläche über das Luftbild einverstanden ist, kann auch nur eine Teilfläche als nicht angeschlossen angegeben und der Rest der Flächen als angeschlossen bezeichnet werden. Zum Beispiel auf einem Grundstück, auf dem nur die Terrasse nicht angeschlossen ist: Es reicht aus nur die Terrassenfläche auszumessen und dann diese von der über das Luftbild erfassten Fläche abzuziehen.