Direkt zu:
Das Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Alzenau
Stadtplan Notdienste 📰Formulare PParkplätze 🌄Webcam
06.11.2025

Frischer Wind für unsere Zukunft: Warum der Windpark Sülzert unsere Region stärkt

Die Stadt Alzenau und die Gemeinde Freigericht planen einen länderübergreifenden Windpark mit voraussichtlich acht Anlagen. Der Windpark Sülzert soll zu Teilen im Eigentum der Kommunen verbleiben. Auch eine breite Beteiligung der Bürgerschaft wird angestrebt. So verdienen viele Menschen in der Region an dem Projekt mit. 

 Zeitlicher Ablauf - Was bisher geschah 

März 2023 Die Stadt Alzenau und die Gemeinde Freigericht sprechen sich für ein gleichberechtigtes interkommunales Windkraftprojekt aus
Mai 2023 Festlegung der Kriterien zur Auswahl eines Windkraft-Projektierers
November 2023 Treffen der Windkraft-Steuerungsgruppe zur Auswahl eines gemeinsamen Projektierers für Windkraftanlagen
Januar 2024 Alzenau und Freigericht einigen sich auf einen Projektentwickler
bis April 2024 Prüfung der Flächen für mögliche Standorte von Windenergieanlagen
April 2024 Informationsveranstaltung in der Kahltalhalle Michelbach
Dezember 2024 Unterzeichnung der Verträge zur Gründung der Projektierergesellschaft Windpark Sülzert
Februar 2025 Gründung der Projektentwicklungsgesellschaft „Windpark Sülzert Entwicklungs GmbH & Co. KG“
Erstellung der benötigten Gutachten (Immissionsschutz, wie Schall und Schatten, Denkmalschutz) durch Fachbüros für das Genehmigungsverfahren, Planung der Standorte
bis Mitte 2025 Klärung von arten- und naturschutzfachlichen Bedenken durch intensive Untersuchungen
Mitte 2025 Erstellung und Einreichen der vorläufigen Unterlagen für das Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)
Oktober 2025 Abschluss der Windmessungen

Wie entsteht eigentlich ein Windpark und warum gerade in Alzenau?

Diese Frage stellen sich viele Bürgerinnen und Bürger. Mit der Beitragsreihe „Frischer Wind für unsere Zukunft“ möchte die Stadt Alzenau transparent und verständlich über das geplante Windparkprojekt Sülzert informieren – von den ersten planerischen Grundlagen bis hin zu konkreten Vorteilen für unsere Stadt.

Die Region rund um den Sülzert bietet günstige Voraussetzungen für die Nutzung von Windenergie: ausreichende Windhöffigkeit, geringe Siedlungsdichte im direkten Umfeld und Flächen im Eigentum der Kommunen. Die interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Freigericht stärkt die Planung und ermöglicht eine abgestimmte Flächennutzung über Gemeindegrenzen hinweg.

Zu Beginn unserer Beitragsreihe werfen wir einem Blick auf die Windvorranggebiete, die vom Regionalen Planungsverband ausgewiesen wurden. Diese Gebiete sind zentrale Bausteine der Energiewende: Sie legen fest, wo Windenergieanlagen errichtet werden dürfen und wo nicht.

INFO
Die Regionalpläne für Windenergie in Bayern legen fest, wo Windenergieanlagen gebaut werden dürfen, und sind Aufgabe der 18 regionalen Planungsverbände. Sie müssen bis 2032 mindestens 1,8 % der Landesfläche Bayerns als Windenergie-Vorranggebiete ausweisen, um den Vorgaben des Bundes gerecht zu werden.

Flächenziele: Bayern muss bis 2027 mindestens 1,1 % und bis 2032 voraussichtlich 1,8 % der Landesfläche als Windenergiegebiete ausweisen.

Werden diese Ziele NICHT erreicht, würden die Steuerungsmöglichkeiten in den betroffenen Regionen ab 2027 verloren gehen. Windräder könnten dann auch außerhalb der ausgewiesenen Gebiete und OHNE die Einhaltung von landesrechtlichen Mindestabständen errichtet werden.

In der Sitzung des Regionalen Planungsverbandes am 6. Oktober 2025 wurde die 18. Verordnung zur Änderung des Regionalplans der Region Bayerischer Untermain beschlossen. Das Kapitel 5.2.3 „Ausbau der Windenergie“ macht einen wesentlichen Anteil der Änderung aus, da die Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Errichtung von Windenergieanlagen festgelegt wurden.

Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens wurden insgesamt 6.201 Stellungnahmen eingereicht, darunter 39 Verbandsmitglieder, 41 Träger öffentlicher Belange und zehn benachbarte Planungsträger und Nachbarregionen mit Stellungnahmen sowie zahlreiche Einwendungen von Bürgerinitiativen und der interessierten Öffentlichkeit.

Nach Prüfung und Bewertung der Stellungnahmen aus dem Beteiligungsverfahren ergaben sich Reduzierungen und randliche Nachschärfungen an 16 der ursprünglich 29 Vorranggebiete.

Ausschlaggebend für die Reduzierungen waren u. a. Hinweise auf Wohnlagen im Außenbereich und sich daraus ergebende Abstände, die Einführung eines 100 m Puffers zu Naturwaldflächen und Naturwaldreservaten, Reduktion der Inanspruchnahme von Bodenschutzwald, der Abstand von 1.000 m zum SPA-Gebiet „Spessart“ und von 200 m zum SPA-Gebiet „Südlicher Odenwald“, Abstände zu FFH-Gebieten außerhalb der Planungsregion sowie weitere Reduzierungen der Umfassungswirkungen. Damit wurde auf die vielfältigen Anregungen aus dem Beteiligungsverfahren konkret reagiert und die Schutzgüter, insbesondere im Hinblick auf den Landschafts- und Waldschutz, konnten gestärkt werden.

Auch für das Windvorranggebiet Sülzert in Alzenau gab es eine kleine Anpassung, da der Abstand zum Naturwaldreservat Aloisenberg erhöht wurde. Im Vergleich zum Entwurf vom 1. Oktober 2024 reduziert sich nun die Fläche von 156,3 ha auf 156,0 ha (-0,3 ha).

Was bedeutet das jetzt?

Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt und der Bau des Windparks kann weiter geplant werden. Der nächste Schritt ist die Prüfung des Immissionsschutzantrags durch die zuständigen Behörden.

Und was bringt das nun alles unserer Stadt?

Windenergie zählt zu den zentralen Säulen der Energiewende – und bietet gerade für Kommunen wie Alzenau eine Vielzahl an Vorteilen. Die Errichtung eines kommunalen Windparks ist nicht nur ein ganz wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch eine Chance für regionale Entwicklung und Bürgerbeteiligung.

Strom aus der Region
Windräder liefern sauberen Strom direkt hier bei uns – ohne lange Transportwege und unabhängig von Öl, Gas oder Stromimporten. Das macht Alzenau ein Stück weit selbstständiger und sorgt dafür, dass die Energie dort entsteht, wo sie gebraucht wird (Stichwort: Versorgungssicherheit).

Beitrag zur Klimaneutralität
Windenergie ist nahezu emissionsfrei. Im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Kohle oder Öl verursacht sie nur rund 4 % der CO₂-Emissionen. Damit leistet sie einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung des Ziels der Klimaneutralität in Alzenau bis 2040 – wie im städtischen Klimaschutzkonzept verankert.

Die energetische Amortisation bei Windrädern liegt bei unter einem Jahr. Dann wurde durch die Anlagen mehr Strom erzeugt als durch deren Herstellung verbraucht wurde.

Kommunaler Windpark mit Bürgerbeteiligung
Die Realisierung eines kommunalen Windparks eröffnet die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden – etwa über Bürgerenergiegenossenschaften oder Beteiligungsmodelle. So wird die Energiewende zum Gemeinschaftsprojekt. 

Einnahmen für die Stadt
- Pachteinnahmen durch die Nutzung kommunaler Flächen
- Gewinnbeteiligung

Langfristige Wirtschaftlichkeit
Windkraftanlagen produzieren über viele Jahre Energie (ca. 30 Jahre). Ihre lange Laufzeit und niedrige Betriebskosten machen sie zu einer wirtschaftlich nachhaltigen Investition – auch für kommunale Haushalte.

Geringe Umweltbelastung
Windenergie hat die niedrigsten CO₂-Emissionen aller gängigen Energiequellen. Sie belastet weder Luft noch Wasser und benötigt im Betrieb keine Rohstoffimporte. Auch die Flächeninanspruchnahme ist im Verhältnis zur erzeugten Energie gering.


Am 30. Oktober 2025 betrug um 15 Uhr als Beispiel der Anteil der Windenergie an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland 48 %. Dieser Windanteil verursachte aber nur 2,9 % der CO₂-Gesamtbelastung aus dem Energiemix Deutschlands. Der Anteil der Kohle betrug zu diesem Zeitpunkt 12,5 % der gesamten Energieerzeugung, deren CO₂-Emmissionen aber 64,3 %. 

Fazit

Windenergie ist sauber, wirtschaftlich und regional verankert. Für Alzenau bedeutet sie nicht nur Strom aus der Heimat, sondern auch Mitgestaltung, Einnahmen und einen aktiven Schritt in Richtung Klimaneutralität. 

In den kommenden Ausgaben unserer Reihe „Frischer Wind für unsere Zukunft“ informieren wir weiter über Technik, Beteiligungsmöglichkeiten und Umweltaspekte rund um das Projekt. Haben Sie Fragen oder Wünsche? Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail: windkraft@alzenau.de.

Zurück zu den aktuellen Stadtnachrichten

Kontakt

Diana Börner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hanauer Straße 1
63755 Alzenau

Telefon06023 502-103
E-MailE-Mail schreiben
Melanie Eich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hanauer Straße 1
63755 Alzenau

Telefon06023 502-105
E-MailE-Mail schreiben
Dana Fleschhut
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hanauer Straße 1
63755 Alzenau

Telefon06023 502-104
E-MailE-Mail schreiben