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Neujahrsansprache von Bürgermeister Dr. Alexander Legler am 1. Januar 2019

„Genuss ist eine positive Sinnesempfindung, die mit körperlichem und/oder geistigem Wohlbehagen verbunden ist.“ - mit diesen Worten definiert uns Wikipedia den Begriff „Genuss“.

„Genuss ist eine natürliche Reaktion des Menschen. Wenn uns etwas gefällt oder schmeckt, wir einfach Freude daran haben, genießen wir es instinktiv.“ - lautet hierfür die Erklärung unter www.genuss-tut-gut.de.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, meine geschätzten Damen und Herren,
ich hoffe sehr, Sie alle hatten während der Feiertage ausreichend Zeit zum Genuss, der Ihnen auch in diesem Jahr umfassend beschert sein möge - bietet dabei doch gerade unsere Stadt als einer von 100 offiziell anerkannten Genussorten in Bayern eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Genuss.

Dabei ist Genuss grundsätzlich und auch bei uns „viel mehr als nur Essen und Trinken. Er hat viele Facetten, viele Farben, viele Töne (…)“. Und viele Töne hat auch die Musik, die wir heute Abend bereits haben hören dürfen. „Was als Genuss empfunden wird, ist subjektiv und damit individuell unterschiedlich. Voraussetzungen sind Genussfähigkeit und Hingabe.“

Mit Hingabe und Leidenschaft widmet sich die Kolping-Kapelle ihren Instrumenten und lässt uns dabei immer wieder teilhaben an ihrem Talent und ihrer Freude am Musizieren! Liebe Musikerinnen und Musiker, vielen Dank für Euren Einsatz und Euer Aufspielen am heutigen Tag! Es ist erneut ein Genuss, Euch zuhören und dabei mit Euch das neue Jahr musikalisch eröffnen zu dürfen!

„Genuss kann sich“, ich zitiere, „ganz unterschiedlich ‚anfühlen‘. Er kann im ganz Großen stecken oder auch im winzig Kleinen. Mancher Genuss geht nur gemeinsam und andere Genussmomente muss man für sich allein erleben. Genuss ist nicht fassbar und doch so unfassbar wichtig: Denn Genuss tut gut.“ Und um dies genauso erfahren zu können, muss man in der Lage sein, Genuss zu empfinden.

Nach einer Studie, die sich mit Genuss befasst, ist „in Deutschland die Genussfähigkeit tendenziell regional unterschiedlich stark ausgeprägt. Am genussfähigsten sind demnach (die) Bewohner des Rheinlandes, von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Dies legt ein Zusammenhang mit regionaler Mentalität nahe“, die bei uns durchaus lebensfroh und genussfreudig ausgeprägt ist. Stichwort: Winzerpavillon!

Und warum schließlich ist Genuss so wichtig? Weil „Genuss ist etwas Gutes. Genuss-Experten, wie der Psychologe Dr. Rainer Lutz, widersprechen der Geringschätzung von Genuss. Genuss ist elementarer Bestandteil der Selbstfürsorge und (…) dient dem eigenen Wohlbefinden. Genuss folgt sieben goldenen Regeln. Und wer diesen Regeln folgt, gelangt zu einem sinnlicheren Leben.“ Und wie diese Regeln lauten, hören Sie selbst:

„1. Genuss braucht Zeit (…).

2. Genuss muss erlaubt sein (…).

3. Genuss geht nicht nebenbei (…).

4. Weniger ist mehr (…).

5. Aussuchen, was einem gut tut (…).

6. Ohne Erfahrung kein Genuss (…).“

Und schließlich Regel Nummer 7: „Genuss ist alltäglich.“, die uns im Detail wie folgt erläutert wird: „Es bedarf keiner besonderen Anlässe, um sich Genuss zu gönnen. Genießen ist elementarer Teil des Lebens, keine Besonderheit. Genussreize und Genussmomente gibt es auch im Alltag, man muss sie nur zulassen und nicht erst auf den einen Moment warten. Genießen kann man jetzt sofort, an jedem Tag der Woche.“

Um also genussvoll das neue Jahr zu bestreiten, befolgen Sie einfach die vorgenannten Regeln und erinnern Sie sich dabei insbesondere an Regel Nummer 7 wie Sie sich natürlich noch alle an meine Neujahrsansprache 2018 erinnern, weil das nämlich war die Kürzeste im Reigen meiner Ansprachen, und ich darf Ihnen versichern, auch die heutige wird diese an Kürze wohl wenn, dann nur leicht übertreffen. Und warum ich die Ansprache 2018 überhaupt erwähne?

Deswegen, weil ich diese ebenfalls mit einem Hinweis auf den Genuss begonnen hatte, natürlich wohlwissend, - weil Bürgermeister seien sehr schlau habe ich gehört, und eben nicht nur wie Sie alle wissen, sehr gutaussehend, - dass wir im Laufe des letzten Jahres Dank des großartigen Engagements unserer Brenner als Genussort ausgezeichnet werden. Eine Auszeichnung, die wir fortan auch mit Leben erfüllen wollen.

Damals hatte ich meine Rede begonnen mit der Feststellung des italienischen Schriftstellers Giovanni Boccaccio: „Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat.“

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich hoffe, Sie werden auch in diesem Jahr immer wieder Gelegenheit haben, das Leben und seine Schönheit allumfassend zu genießen.

Wir dürfen vor allem eines genießen, nämlich zufrieden und dankbar darüber zu sein, in einem Land zu leben, das uns seit nunmehr 70 Jahren Frieden und Freiheit, Sicherheit und Wohlstand garantiert und das sich seit seiner Gründung am 23. Mai 1949 mit dem Fleiß seiner Bürgerinnen und Bürger zu einem so starken, zu einem so lebenswerten Land entwickelt hat. Unser Land, das überdies vor 30 Jahren mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 hat endlich wieder zusammenfinden dürfen.

Über all diese glücklichen Umstände können auch die hässlichen Bilder unzufriedener, zum Teil hasserfüllter Schreihälse, die auf diese Weise rein gar nichts beitragen zur erfolgreichen Gestaltung unseres Landes, nicht hinwegtäuschen. Sie prägen nicht das Bild von Deutschland, das sich immer auch auszeichnet durch seine Vielfalt, durch Toleranz, Menschlichkeit und Offenheit. Und durch Menschen, die sich, wie viele von Ihnen, ehrenamtlich einbringen oder beruflich Garant sind für das gute Miteinander, das uns auch hier vor Ort verbindet und wir alle schätzen und genießen.

Was ich regelmäßig am ersten Januar als Genuss empfinde, und zwar im Sinne großer Freude: Das ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, Ihre Wertschätzung, die Sie Ihrer, unserer Stadt jedes Jahr aufs Neue entgegenbringen, indem Sie auch heute wieder so überaus zahlreich unserer Einladung gefolgt sind. Sie bringen damit zum Ausdruck das gutes Miteinander vor Ort, Ihr Interesse am örtlichen Geschehen, und die Freude, sich zu begegnen. Möge Ihnen, die ich Sie hiermit herzlich willkommen heiße, der erste Tag des neuen Jahres ebenso viele Glücksmomente, Freude und gute Gespräche bescheren wie das Jahr 2019 insgesamt!

Übrigens: Das Jahr 2019 entspricht, falls Sie einmal danach gefragt werden sollten, im Buddhistischen Kalender dem Jahr 2563, im Burmesischen Kalender hingegen erst dem Jahr 1381. Falls man Sie nicht danach fragt, reicht Ihr Wissen um das Jahr 2019!

Und hierfür wünsche ich Ihnen auch im Namen des Stadtrats und meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alles Gute, Erfolg und Gottes Segen, vor allem Gesundheit und eine stets sonnige Zeit mit ganz wunderbaren Begegnungen, die auch ich im letzten Jahr habe wieder vielfach erfahren dürfen und wie wir sie auch heute wieder erleben!

In unserer Stadt erleben wir regelmäßig Menschen, die sich auf vielfältige Weise im Ehrenamt engagieren und ohne deren vorbildlicher Einsatz die vielen Angebote an Freizeit, Teilhabe und Engagement nicht möglich wären. So begrüße ich besonders herzlich alle, die Sie sich jeden Tag aufs Neue uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit stellen entweder in unseren Vereinen, Verbänden und Initiativen, oder in unseren Feuerwehren, im Rotem Kreuz, der Wasserwacht und im THW und hier zudem eine besondere Verantwortung für uns übernehmen, nicht ohne sich dabei auch eigenen Gefahren für Leib und Leben auszusetzen. Kommen Sie daher stets gesund zu Ihrem Einsatzort und von dort auch wieder wohlbehalten zu Ihren Familien zurück! Das wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen!

Mit meinem ausdrücklichen Dank und Respekt für Sie alle verbinde ich zugleich unsere Anerkennung für Ihr unverzichtbares Engagement, und darf Ihnen versichern: Wir werden Sie und das Ehrenamt, auch weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen und wollen auch deswegen den „Ehrenamtsempfang“ zu einer festen Tradition werden lassen, zu dem ich schon heute für diesen Sommer herzlich einlade, wie ich ebenso herzlich einlade zum ersten „Blaulichtempfang“, und damit alle, die ehrenamtlich und beruflich unter dem Blaulicht Dienst leisten, und bitte Sie, sich hierfür den 31. März 2019 vorzumerken. Dann freue ich mich, Sie um 11 Uhr in der Räuschberghalle gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsminister des Innern begrüßen zu dürfen, um Ihnen auf besondere Weise zu danken, nachdem Sie sich auch auf besondere Weise einbringen.

Der „Aschaffenburger Anzeiger“ vermerkt in seiner Ausgabe aus dem Jahr 1919 unter dem Datum 23. Juli „In der vergangenen Woche wurde nachts dem Mühlenbesitzer Otto Hein dahier aus seinem Garten eine zum Trocknen aufgehängte noch neue Joppe und Hose gestohlen.“

Unter dem 28. Juli heißt es u.a.: „Die Böhle´sche Zigarrenfabrik dahier, in die schon wiederholt eingebrochen wurde, ist in letzter Nacht abermals von Dieben heimgesucht worden. Es sind diesmal 10.000 Stück Zigarren gestohlen worden. (…) Die Polizeiorgane entfalten eine fieberhafte Tätigkeit nach den Dieben, hoffentlich gelingt es bald, derselben habhaft zu werden“.

Den Bösewichten unserer Zeit habhaft wird - und dafür danke ich ihr ausdrücklich - unsere Polizei, die gerade in Bayern und damit auch bei uns sehr erfolgreich für die Sicherheit von uns allen einsteht, und dies immer wieder, und selbst unter Angriffen und Beleidigungen, professionell an den Tag legt wie es im Übrigen auch für unsere Bundeswehr gilt. Lieber Herr Polizeipräsident Kallert, liebe Frau Kallert, seien Sie uns erneut herzlich willkommen, es ist uns immer wieder eine große Freude und Auszeichnung, Sie beide bei uns begrüßen zu dürfen und ein Zeichen der Wertschätzung Ihrerseits für unsere Stadt, dass Sie den Weg aus Würzburg auf sich nehmen und zu uns kommen. Ich begrüße ebenso herzlich den Alzenauer Polizeichef, Herrn Polizeioberkommissar Sebastian Neumann und die Vertreter der Gerichtsbarkeit, namentlich Herrn Amtsgerichtsdirektor a. D. Peter Meiler.

Die Gerichtsbarkeit ist u.a. zuständig, wenn es darum geht, Urteile zu sprechen - auch bei Angriffen und Beleidigungen. Verbale Attacken gegenüber Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz kommen leider auch bei uns vor. Hierbei handelt es sich in der Regel um Straftaten, denen mit aller Härte des Rechtsstaats begegnet werden muss, auch, weil ein solch inakzeptables Verhalten eine innere Haltung von Menschen widerspiegelt, die bei uns keinen Platz hat ebenso wenig wie der sich im letzten Jahr in unserem Land wieder verstärkt, auch ganz offen gezeigte Rassismus und Antisemitismus.

Die Zunahme an Angriffen und Beleidigungen lassen überdies auch eines vermissen: Respekt und Anstand sowie Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit des anderen und seine Persönlichkeit. Doch sind gerade all das Werte, die in unserer Gesellschaft für das Zusammenleben unverzichtbar sind, ebenso wie Toleranz und Solidarität. - Werte, für die und wofür gerade auch unsere Kirchgemeinden mit ihrem Engagement beispielhaft stehen: Und ich freue mich für sie willkommen heißen zu dürfen Herrn Pfarrer Richard Strobel, Herrn Pfarrer Johannes Oeters und unseren Stadtvikar Sebastian Krems. Ihnen und Euch danke ich ausdrücklich für Euren persönlichen Einsatz und das gute Miteinander, das es so bereits vor 100 Jahren bei uns gegeben hat wie das folgende Beispiel aus der „Aschaffenburger Zeitung“ belegt, dieses Mal unter dem 16. August: „In der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde nach lebhafter Debatte ein Antrag des Bürgermeisters Pfaff angenommen, dass bei Anschaffung eines neuen Kirchengeläuts, dessen Kosten durch die Veranstaltung einer Sammlung aufgebracht werden sollen, das Defizit, das sich anzeigen wird, bis zu 10.000 M aus Gemeindemitteln gedeckt werden soll.“

Beispiele für das gute Miteinander von heute sind der Umzug der Beratungsstellen in das Maximilian-Kolbe-Haus, die geplante Wiedererrichtung des Bibelgartens und der Verkauf des Marienheim-Areals an die Stadt, die wir dort erschwinglichen Wohnraum schaffen wollen, auch für Erzieherinnen und Erzieher sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums als Beitrag zur Wertschätzung dieser Berufe sowie zur Personalgewinnung, die nämlich nicht nur mit Gehaltsfragen verbunden ist.

Auf besondere Weise verbunden fühlen wir uns dem Klinikum, gerade auch hier am Standort Wasserlos und danken für die in beiden Häusern geleistete hervorragende Arbeit sowie den beiden Trägern und allen im Haus Verantwortlichen.

Für Sie alle gilt mein besonderer Gruß unserem Landrat, Prof. Dr. Ulrich Reuter sowie allen Kreisrätinnen und Kreisräten und ich danke Ihnen, lieber Herr Landrat und dem Kreistag für das große Engagement um das Klinikum als kommunales Haus wie ich auch Ihrer Belegschaft im Landratsamt und allen Behörden Dank sagen möchte für die stets engagierte Zusammenarbeit, die wir so auch mit unseren Nachbarkommunen pflegen, für die ich begrüßen darf meinen Kollegen aus Karlstein, Peter Kress und seine beiden Vorgänger im Amt, die beiden Altbürgermeister Winfried Bruder und Helmut Winter, ich heiße willkommen den Stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Kahl, Udo Hammer und ich freu mich sehr begrüßen zu dürfen den frisch gewählten Bürgermeister aus Freigericht, Dr. Albrecht Eitz! Es ist uns eine große Ehre, dass Dich, lieber Albrecht, Dein erster Arbeitstag und damit Deine erste Amtshandlung zu uns nach Alzenau geführt hat - das ist aktiv gelebte hessisch-bayerische Freundschaft! Mit meiner Begrüßung verbinde ich meinen Wunsch an Euch und an alle Kolleginnen und Kollegen auf ein weiterhin so sympathisches erfolgreiches Miteinander.

Erfolgreich geführt und weiterentwickelt und unserer Stadt damit ein erhebliches Mehr an Attraktivität und Lebensqualität beschert, hat eine besondere Persönlichkeit, die ich ihn erst vor wenigen Monaten für seinen beispielgebenden wie stets unverkennbar leidenschaftlichen Einsatz und in Anerkennung seiner umfassenden Verdienste um seine Heimatstadt mit dem Ehrentitel „Altbürgermeister“ auszeichnen durfte.

So begrüße ich mit besonderer Freude unseren Altbürgermeister und Ehrenbürger, meinen geschätzten Vorgänger im Amt, Walter Scharwies gemeinsam mit seiner liebe Gattin Irene! Liebe Irene, lieber Walter, herzlich Willkommen und Dir, lieber Walter vielen Dank auch für Deine nach wie vor große Unterstützung.

Auf Unterstützung verlassen können sich weiterhin auch unsere Feuerwehren. Für den an der Westumgehung geplanten Neubau des Rettungszentrums mit Feuerwehr und Rotem Kreuz, ein engagiert zweistelliges Millionenprojekt, wollen wir in diesem Jahr mit abschließenden Planungen und Vereinbarungen die Weichen stellen, um in der Folge das Vorhaben auch baulich anpacken zu können. Zeitgemäßer Räumlichkeiten bedarf es auch für das THW, dessen Neubau der Bund durch den Einsatz von Andrea Lindholz bereits zugesagt hat. Unsererseits wurden die dafür erforderlichen Voraussetzungen an der Rodenbacher Straße geschaffen. Jetzt ist erneut der Bund am Zug.

Wir sind am Zug, um weiterhin den Bedarf an Betreuungsplätzen im Bereich Kindertagesstätten und Hort zu decken. Hierfür laufen erneut zahlreiche Baumaßnahmen: So der Neubau der KITA Hörstein, der in diesem Jahr bezogen werden soll, die nahezu abgeschlossene Erweiterung an der Bachstraße oder die im Frühjahr beginnenden Erweiterungsmaßnahmen am Hort in Michelbach und der KITA in Albstadt. Eine optimale Betreuung bleibt somit sichergestellt und das alles bei unverändert sehr moderaten Gebühren. Derzeit stehen 1.043 Betreuungsplätze zur Verfügung, wobei der Bedarf weiter steigen wird ebenso der städtische Betriebskostenzuschuss, der sich aktuell auf rund 3,5 Millionen Euro beläuft.

Auf rund 600.000 Euro beliefen sich die Kosten für das neue Außenspielgelände an der Erich-Kästner-Grundschule und die erneuerte Schulsportanlage an der Grundschule Hörstein sowie für den neuen Außenspielbereich an der Integrativen Kindertagesstätte und den neuen Spielplatz an der Gelnhäuser Straße.

Allen Teams in den Kinderbetreuungseinrichtungen, allen Lehrkräften, Schulleitungen und Elternbeiräten unserer Schulen, allein unsere eigenen Schulen besuchen derzeit 899 Schülerinnen und Schülern, danke ich für ihr beispielhaftes Engagement und heiße stellvertretend für die gesamte Schullandschaft willkommen die neue Rektorin unserer Grundschule in Michelbach Sabine Stolzenburg, die Rektorin der Hahnenkamm-Schule Erika Fock und den Stellvertretenden Schulleiter unserer Karl-Amberg-Mittelschule Matthias Löffler.

Neben den erforderlichen Baumaßnahmen für KITAS und Hort, für die abzüglich aller Zuschüsse rund 3,6 Millionen Euro eingeplant sind, werden wir auch die Digitalisierung unserer Schulen umsetzen, wie es der Telekom endlich gelungen ist, den Internetausbau, mit Eigenkosten für uns von immerhin noch rund 350.000 Euro, jedenfalls nahezu abzuschließen, wir aber ohne das große Engagement von Mathias Simon, dem ich dafür herzlich danke, noch lange nicht so weit wären.

Finanziell unterstützt wurden wir auch hierbei durch den Freistaat Bayern, für den ich herzlich unter uns begrüße unsere Stimmkreisabgeordnete und Mitglied der Staatsregierung Judith Gerlach. Verehrte Frau Staatsministerin, liebe Judith, Dir herzlichen Glückwunsch zu Deiner neuen Aufgabe und vielen Dank für Deine Unterstützung, die wir immer auch - und das in höchstem Maße - von Deinem Vorgänger Peter Winter erfahren haben, wofür ich Dir, lieber Peter, erneut ausdrücklich danke wie auch stets Verlass ist auf Andrea Lindholz du Karsten Klein aus dem Deutschen Bundestag, herzlich willkommen und Winfried Bausback, der als Justizminister hervorragende Arbeit geleistet hat!

Ich begrüße unseren Neu-Abgeordneten Helmut Kaltenhauser und ich freue mich ebenso über die Anwesenheit von Henning Kaul und Norbert Geis! Allen aktiven Mandatsträgern rufe ich zu: Wir bauen auch weiter auf Ihre tatkräftige Unterstützung!

Mit dem Bau von 13 Wohnungen, wofür wir rund 3,2 Millionen Euro bereitstellen, kommen wir weiter voran bei der Schaffung von sozialem Wohnraum. Zehn Wohneinheiten entstehen in der Gunkelsrainstraße und drei am Spital, wo privat über 30 Wohnungen gebaut werden. Gebaut werden soll auch in Hörstein auf dem Areal des ehemaligen Löwen und am Ortseingang. Weitere Wohneinheiten entstehen an zwei Stellen in der Märkerstraße.

Die Nachfrage nach Wohnungen, vor allem nach Bauland ist nach wie vor ungebrochen und bei Ortsansässigen wie Auswärtigen gleichermaßen hoch. Ein klarer Beleg für die hervorragende Lebensqualität bei uns, die untrennbar verbunden ist mit unserer attraktiven Innenstadt. Hierzu tragen bei neben Gastronomie und Einzelhandel, denen ich für ihr Engagement ausdrücklich danke, auch ansprechende öffentliche Räume wie unser Marktplatz und sein Umfeld mit viel Grün, Blumen und Wasser. Moderne öffentliche Einrichtungen in der Stadtmitte sind ebenfalls unverzichtbar.

Der Umbau der Bibliothek mit Integration der Musikschule zum „Kulturforum“ ist fast abgeschlossen und sorgt schon jetzt für mehr Frequenz in der Innenstadt. Die „baaila“-Café-Lounge mit Bistro und Kino im ehemaligen Gefängnis erfreut sich seit ihrer Eröffnung im Juni größten Zuspruch und setzt als weiterer beliebter Treffpunkt einen wesentlichen Akzent zur Innenstadtbelebung.

Unsere Volkshochschule ist in die ehemalige, von der Stadt erworbene Klause umgezogen. Das Projekt „Alte Schule“ muss aus Denkmalschutzgründen von vorne beginnen. Bereits mit der Planung begonnen wurde für den „Pump-Track“, ein mit Jugendlichen erarbeiteter Radparcours, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet.

Mit der Gestaltung des Vorplatzes am Dalberghof runden wir die Gesamtmaßnahme städtebaulich ab. Der Burgsteg ist erneuert und die Kahltalhalle könnte einen neuen Boden erhalten und damit das für die Nutzer bestehende Hauptproblem behoben - und im Gegenzug und aus Kostengründen - absehbar auf einen Neubau verzichtet wird.

Nicht verzichten möchte ich auf die Begrüßung unserer im Weiteren anwesenden Ehrenbürger, namentlich Dr. Rolf Ringert und Helmut Schuhmacher.

„Tu Deinem Leib etwas Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“ - wusste einst Teresa von Ávila zu formulieren. Aber nicht nur die Seele, eben auch der Mensch muss wohnen und das wird in unserer Stadt ob ihrer hohen Attraktivität außerordentlich gerne getan. Eine großartige, ja historische Chance zur Schaffung von Wohnraum bietet uns das Areal der Wellpappe, die bis März 2021 plant, ihren Umzug ins Industriegebiet abgeschlossen zu haben.

Die Vorbereitungen zur Überplanung dieser Fläche einschließlich des Feuerwehr-Areals gehen weiter und die Schaffung eines neuen Quartiers steht damit bevor. Vielen Dank an alle, die hieran bislang in Bürgerwerkstätten mitgewirkt haben, die wir im Frühjahr als Bürgerversammlungen in der gesamten Stadt unter dem Arbeitstitel „Alzenau 2030“ abhalten wollen wie es zudem eine Fortführung geben wird, der bewährten Vereinsrunden und der ebenfalls rege besuchten Gesprächsformate „Legler vor Ort“ und „Wo drückt der Schuh“.

Im Bereich Wohnraum „drückt der Schuh“ enorm. Und die Fläche der Wellpappe allein wird den Gesamtbedarf welcher Wohnform auch immer nicht decken können. Es braucht somit neuer Flächen, um weiter gerade auch Sozialwohnungen bauen und ebenso dringliche wie unverzichtbare Einzelhausbebauung realisieren zu können.

Andernfalls wandern uns die vor Ort Bleibe- und Bauwilligen weiter ab, darunter vor allem junge Familien, und der altersbedingt ebenso notwendige Zuzug junger Menschen wird weiter erschwert. Somit besteht auch vor diesem Hintergrund ein klarer Auftrag an den Stadtrat, weiter moderat Bauland auszuweisen.

Was dabei auch weiterhin auf der Hand liegt, ist, dass wir als „Stadt im Grünen“ selbstverständlich auch in Zukunft der Nachverdichtung Vorrang einräumen und sämtliche Baugebietsentwicklungen wie schon bisher im Einklang mit unserer Natur und Umwelt erfolgen, für die auch im vergangenen Jahr mit großer Unterstützung aus der Bürgerschaft und dem Einsatz der Abteilung Umwelt und Forsten, die 2018 ihr 30-jähriges Bestehen feiern konnte, erneut Erhebliches geleistet worden ist.

Vielen herzlichen Dank diesbezüglich auch an Herrn Dr. Neumann, der sich mittlerweile im verdienten Ruhestand befindet und an Bernd Handlbichler, der, worüber ich sehr froh und dankbar bin, bereit war, seine Nachfolge anzutreten.

Neue wie umgestaltete Grünanlagen, die bevorstehende Ausweisung des Naturwaldreservats, Aufforstungen und unzählige Baumpflanzungen sowie die Inbetriebnahme einer weiteren E-Tankstelle sprechen eine klare Sprache für die Umweltfreundlichkeit unserer Stadt, ebenso der geplante Radweg zwischen Hörstein und Wasserlos sowie zusätzliche Verbesserungen am Radwegenetz und im ÖPNV.

In diesem Jahr gestalten wir den Mühlbach neu, renaturieren den Neuwiesenbach, und im Zuge dessen erfolgen weitere Wasserbaumaßnahmen an der Kahl. Wir führen fort die Aktion „Alzenau summt“ und die „Initiative Stadtgrün“ mit u.a. neuen Blühflächen und Alleen und ich lade Private und Wirtschaft herzlich ein, sich rege daran zu beteiligen. Auch die Umwelt wird sich darüber freuen. Bereits Freude machen die neuen Strände an der Kahl.

Und auch damit steigt der Naherholungs- und Freizeitwert unserer Stadt, der seit letztem Jahr auch durch eine gelungene Adventure-Golfanlage und Riesenrutsche bereichert wird. Dabei wurde der hohe Freizeitwert bei uns und in der Region schon in früheren Zeiten erkannt und beschrieben. So lesen wir bei Rudolf Klein in seinem Reiseführer aus dem Jahr 1957 mit dem Titel „100 km um Frankfurt - Reizvolle und beschauliche Entdeckungsfahrten über Land“ über eine im Hessischen startende Reise und dabei von Groß-Auheim über die B8 nach Bayern einfahrend u.a. folgendes: „Nach einem Kilometer befinden Sie sich, ohne daß Sie es merken, auf bayrischem Boden. Keinen Maßkrug voll des würzigen Bieres wird man Ihnen zum Willkommen kredenzen. Aber ein anderes köstliches Naß lädt Sie zum Verweilen ein, die idyllischen Kahler Seen.“ Als ich den Text zum ersten Mal gehört habe, ging ich bei „köstlichem Naß“ allerdings fest von Frankenwein aus.

Und weiter heißt es: „In Kahl biegen Sie von der B8 scharf links ab, das Straßenschild zeigt nach ALZENAU, dem ländlichen Kreisstädtchen am Spessart.“ Und unter Verweis auf unsere Burg heißt es darin schließlich, und jedenfalls für mich lehrreich wie erstaunlich zugleich: „Das damals schon mächtige, mit starken Befestigungen und 60 Türmen geschützte Frankfurt  (…), fühlte sich durch die Erbauung der Burg Alzenau bedroht und beschwerte sich deswegen bei König Sigismund“.

Die Randenburg, die wir im Sommer mit fachkundiger Unterstützung ausgraben wollen, stellt jedenfalls keine Bedrohung dar. Auch nicht - unsere Burg, die Dank Peter Winter innen wie außen in neuem Glanz erstrahlt. Und nun fehlt als i-Tüpfelchen nur noch die neue Burgbeleuchtung, und ich danke Ihnen schon heute, liebe Abgeordnete, für Ihre Unterstützung dafür aus München, schließlich bildet die im Eigentum des Freistaats stehende Burg, die auch 2019 wieder Schauplatz unserer Burgfestspiele und Fränkischen Musiktage sein wird, das weithin sichtbare Eingangstor nach Bayern und strahlt, sofern sie ins richtige Licht gesetzt wird, bis nach München, auch als Hinweis darauf, wo der Franke zu Hause und - richtig! - Bayern am Schönsten ist!

Das, was zwar nicht strahlt, aber dafür regelmäßig erforderlich ist, um z.B. Altes zum Strahlen zu bringen, ist Geld, von dem es für die vielen zwingenden Aufgaben unserer Stadt auch in den Folgejahren ausreichend bedarf. Mehr als genug davon haben jedenfalls unsere Banken und Sparkassen, für die ich herzlich begrüße den Vorsitzenden der Sparkasse Alzenau-Aschaffenburg Jürgen Schäfer und seine charmante Vorstandskollegin, Sandra Peetz-Rauch und verbinde damit meinen herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung vieler, gerade auch städtischer Veranstaltungen.

Die vielleicht wichtigste Einnahmequelle eines Geldhauses sind Zinsen. Die in jedem Fall wichtigste, weil größte und verlässlichste Einnahmequelle unserer Stadt ist die Einkommenssteuer mit rund 14,6 Millionen Euro. Auch vor diesem Aspekt ist neuer Wohnraum gerade auch für Berufstätige unverzichtbar, da sie, wenn sie am Ort wohnen können, für ein verlässliches Mehr an Einkommensteuer sorgen. Davon abgesehen streben wir weiter an: Zusätzliche Wohnformen für das Leben im Alter, für die ebenfalls eine große Nachfrage besteht.

Und auch in Zukunft stehen an: Unverzichtbare wie kostenintensive Investitionen, u.a. werden die Personalkosten weiter ansteigen, die vor allem aufgrund der vielen erforderlichen Neueinstellungen im Betreuungsbereich angewachsen sind, und unseres umfassendes Leistungsangebot, z. B. an Hallen und Bäder, Sportstätten, Bibliothek und Musikschule verlangt uns Erhebliches ab. Unser zentrales Augenmerk muss daher - neben der regelmäßigen Überprüfung unserer Ausgaben - weiterhin auf der Verbesserung unserer Einnahmen liegen, die mit nur wenigen Ausnahmen, in den Kommunen mit der hervorragenden Situation von Bund und Land nicht vergleichbar ist.

Auch deswegen braucht es neben Bauland Gewerbeflächen. Sie sind erforderlich, um Neuansiedelungen zu ermöglichen und damit die zweite große Einnahmequelle unserer Stadt zu verbessern: Die Gewerbesteuer. Aber auch, um ansässigen Unternehmen, darunter viele Handwerksbetriebe, nachgefragte Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können. Aktuell tragen unsere Betriebe mit ihren Steuern beachtliche rund 10 Millionen Euro zur attraktiven Weiterentwicklung unserer Stadt bei.

Dafür danke ich ausdrücklich allen fleißigen Belegschaften und Verantwortungsträgern, die mit ihrem Engagement zugleich über 10.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und für eine bei uns minimale Arbeitslosenquote von zuletzt (Stand November 2018) 2,1% sorgen.

Dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer auch ein optimales Arbeitsumfeld benötigen, um ihre Tätigkeit so zu erfüllen wie es von Ihnen erwartet wird, ist selbstverständlich. Auch unter dem Aspekt Fachkräftemangel, der die öffentliche Hand ebenso trifft, gilt es bei z.B. auch bei Raumbedarf zu reagieren, so dass wir im Herbst mit dem erforderlichen Rathausanbau beginnen wollen. Für die Nutzer des Nachbargebäudes, das seinerzeit eigens zu Erweiterungszwecken erworben wurde, konnten adäquate Räume gefunden werden: Das ehemalige Bettenhaus am Spital wird nach seiner Sanierung vorwiegend dem Café Arbeit überlassen.

„Der Begriff „genießen“ hatte ursprünglich eine andere und wesentlich weiter gehende Bedeutung im Sinne von „etwas nutzen“ oder „etwas benutzen“. Damit wir unsere Infrastruktur weiter optimal nutzen können, auch dafür stellen wir alljährlich mit der Verabschiedung des Haushaltes die Weichen, der inklusive Wirtschaftsplan der Stadtwerke ein Gesamtvolumen von rund 85,8 Millionen Euro erfasst, das sind knapp 9 Millionen Euro mehr als 2018, woran sich auch die Zunahme unserer Aufgaben widerspiegelt.

Allein rund 19 Millionen Euro sind vorgesehen für Investitionen in KITAS, Hort, Hallen und Bäder, für den Wohnungsbau, für Brücken, die Kläranlage, Straßen- und Kanalbaumaßnahmen, die alle zugleich unser kommunales Vermögen weiter ansteigen lassen, das sich zum Stichtag 31. Dezember 2017 auf rund 236 Millionen Euro beläuft.

Aufgrund der Vielzahl an Aufgaben sind engagierte Darlehensaufnahmen erforderlich. Dass die Zinsen erfreulich niedrig sind, kommt uns dabei zu Gute. Die Alternative wäre, notwendige Maßnahmen auf ungewisse Zeit zu verschieben, was nicht gewollt ist und auch nicht unserer Arbeitsweise entspricht.

Gewollt hingegen sind weitere Neuansiedelungen von Geschäften und Unternehmen. Wir freuen uns daher u.a. über die Eröffnung von BMW-Arnold, den Baubeginn für die Erweiterung der Firma Bathon und den Neubau der Firma IBG Hydrotech aus Büdingen. Bereits im letzten Jahr ihr neues Domizil bezogen haben die Firmen Materion und Nukem.

Für die wenigen noch freien Flächen zeichnen sich weitere Ansiedelungen ab, u.a. der Firma ADZ/Prestige Promotion, die im medizinischen Bereich tätig ist, und schrittweise von Kleinostheim nach Alzenau-Süd wechselt, wohin auch die Firma Greenerity aus Hanau nach und nach umzieht. Mit Fraunhofer, das in diesem Jahr sein neues Institutsgebäude beziehen wird, ist unsere Stadt ein renommierter Forschungsstandort. Lieber Herr Prof. Sextl, seien Sie uns herzlich willkommen! Und ich darf Ihnen versichern: Wir freuen uns auf die Fertigstellung ebenso wie Sie und Ihre Belegschaft, die aufgrund der erfolgreichen Tätigkeit des IWKS rasch angewachsen ist.

Für die Hochschule Aschaffenburg, mit der uns über unsere Stiftungsprofessur eine enge Kooperation verbindet, begrüße ich herzlich ihren Präsidenten, Prof. Dr. Wilfried Diwischek und bedanke mich für die stets engagierte Zusammenarbeit.

Uns, und damit unsere Stadt - wir sind aktuell (Stichtag 28. Dezember 2018) 18.626 Einwohner (und damit 24 weniger als 2017), darunter 9.469 Frauen und 9.157 Männer. Um unseren ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, derzeit sind das 1.628, künftig das Ankommen in ihrer neuen Heimatstadt und damit den Einstieg in den Alltag zu erleichtern, werben wir um sog. Integrationspaten, die bei Bedarf ihre Unterstützung anbieten würden.

Die neu geschaffene Stelle der Seniorenlotsin mit Frau Elke Scholz kümmert sich künftig speziell um die Anliegen unserer älteren Generation. In der jüngsten Generation konnten wir uns im Jahr 2018 über 151 Geburten freuen, 2017 waren es 153.

Alzenaus Frauen und Männer sind im Schnitt 45 Jahre alt. Ob der guten Pflege durch ihre Männer heben die Damen den Schnitt auf 46, die Männer begnügen sich ob ihrer Bescheidenheit mit 44 Jahren.

Der deutsche Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann stellt zum Leben im Alter fest: „Jeder Mensch hat in seinem Leben eine Reihe von Sünden begangen, die er im Alter bereut.“ während der englische Schriftsteller William Somerset Maugham hierzu folgende These vertritt: „Im Alter bereut man gewöhnlich die Sünden, die man nicht begangen hat“.

Was das unterschiedliche Alter von Frauen und Männer anbelangt - die älteste Frau, und davon zwei, zählen 100 Jahre, der älteste Mann 99 Jahre - stellte der US-amerikanische Filmkomiker und Sänger Jerry Lewis, fest: „Ehemänner leben, laut Statistiken aus der ganzen Welt, länger als Junggesellen, das ist ihre Strafe“. Jean Maris, ein französischer Schauspieler und Junggeselle, war hingegen der Meinung: „Ich bezweifle sehr, dass Ehemänner länger leben als Junggesellen, Ich bezweifle allerdings nicht, dass es ihnen so vorkommt“.

Was im Alter unter Ehepaaren in jedem Fall vorkommt, das sind Ehejubiläen, von denen es 2018 insgesamt 168 gegeben hat, mit einer Gesamtehedauer von 6.640 Jahren. Umgerechnet sind das: 87 Silberne, 43 Goldene sowie 31 Diamantene und 7 Eiserne Hochzeiten, die ich alle vielfach habe mitfeiern können. Und für die stets herzliche Aufnahme sage ich von Herzen Dank!

Und wenn wir schon bei Frauen und Männern sind, drängen sich hierzu neben Statistiken auch Studien auf, die unter dem Aspekt Genuss und Genießen erstellt wurden: So gibt es „nach einer Studie des Instituts für Genussforschung aus dem Jahr 2000 beim Genießen auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Das Genussempfinden von Frauen sei,“ - wer hätte das gedacht, meine Damen - „differenzierter und anspruchsvoller (…).“.

„Eine Studie aus dem Jahr 2004 ergab ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede, und zwar im Hinblick darauf, welche Aktivitäten mit dem Begriff Genuss verbunden werden, wobei er überwiegend als Synonym für Entspannung aufgefasst wurde. Frauen“ - und an der Stelle sei den Männern bereits zugerufen: „Freuen Sie sich nicht zu früh!“ - „Frauen entspannen sich danach vor allem beim Kaffeeklatsch, bei Wellness-Angeboten und beim Einkaufen, Männer dagegen im Fußballstadion, beim Sport oder in der Kneipe. (…)“. Auch kein wirkliches Kompliment.

„Die Autoren dieser Studie gehen davon aus, dass es vier verschiedene Genusstypen gibt: Die sogenannten Couchgenießer (36 %), die Geschmacksgenießer (27 %), die Erlebnisgenießer und die Alltagsgenießer“ mit jeweils „17 %.“, die noch verbliebenen 2 % sind dann wohl entweder Nicht-Genießer oder bereits an sich ungenießbar?

Zu Genießen gab es im vergangenen Jahr jedenfalls wieder viel, u.a., wenn Vereine auf besondere Geburtstage blicken konnten, z.B. der Gesangverein „Harmonia“ auf 125 oder die „Tonblüte“ gar auf 135 Jahre. Und auch 2019 setzt sich der Jubiläumsreigen fort. Freuen wir uns z.B.: Auf 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Alzenau oder auf jeweils 120 Jahre Athletenvereinigung und „Eintracht Wasserlos“, wobei ich ausdrücklich um Nachsicht dafür bitte, auch dieses Jahr bei aller Freude über jedes einzelnen Jubiläum nicht alle aufzählen zu können.

Und nicht nur bei uns stehen Jubiläen an: So begehen wir am 19. Januar 2019 „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“. Für uns alle nach wie vor unvorstellbar, dass es Frauen einst überhaupt verwehrt war, zu wählen. Sind doch auch zu Hause alle Entscheidungen, die Frauen treffen, richtig, wenngleich die Erkenntnis darüber bei uns Männern vielleicht nicht immer sofort einsetzt, was uns die Frauen selbstverständlich nachsehen.

Nicht selbstverständlich hingegen ist, dass Menschen überall wählen und damit ihre Regierung frei und selbst bestimmen dürfen. Umso wichtiger bleibt es daher, dass wir regelmäßig von unserem Wahlrecht Gebrauch machen, und so bitte ich Sie alle, am 26. Mai 2019 an den Wahlen zum Europäischen Parlament teilzunehmen.

Denn Europa ist und bleibt ein Erfolgsmodell für Frieden, Freiheit und Sicherheit. Dass wir heute hier zusammenkommen können, ist auch dem europäischen Friedensmodell zu verdanken, dass wir niemals radikalen wie populistischen Kräften überlassen dürfen, weder bei uns, noch sonst in Europa. Schon deswegen: Gehen wir alle wählen, gestalten - und sichern wir damit Europas Zukunft!

Und auch in Zukunft genießen dürfen wir das bewährte Angebot an Kultur und Festivitäten, z.B. auch weiter die neue Theaterreihe im Rathaus oder gar erstmals einen Garten-, Kunst- und Pflanzenmarkt. Die vielfältigen Angebote ermöglichen immer auch Gemeinschaft und Begegnung, und ich danke ausdrücklich allen für ihr Verständnis, gerade dann, wenn Veranstaltungen in der eigenen Nachbarschaft stattfinden.

Blicken wir von dort auf die Vereinten Nationen: Hier gibt es sog. „Internationale Dekaden“. Bei der „Dekade 2019 bis 2028“ handelt es sich um die der bäuerlichen Kleinstbetriebe. Landwirtschaftliche Betriebe gibt es auch bei uns, die mit ihrem Engagement mit dazu beitragen, dass wir auf eine so gepflegte Kulturlandschaft blicken dürfen, die überdies geprägt ist von Streuobstwiesen und Weinbau.

Für den Weinbau und die Landwirtschaft unerlässlich, ist gutes Wetter. Und wer wissen möchte, wie das Wetter in diesem Jahr wird, der sollte sich noch rasch einen Elch zu legen. Warum? Weil dieser geeignet sei, das Wetter vorherzusagen. So heißt es hierzu in einer Weihnachtskarte: „Trägt der Elch im Bäumchen Socken - wird es trocken. Wirkt der Elch im Bäumchen blass - wird es nass. Sagt er nichts und hält nur still - wird es wie es will.“.

Bei uns hingegen zuständig für das Wetter ist der Weinbau. Denn er beschert uns regelmäßig, um es mit unserem Landrat auszudrücken, „die Sonne im Glas!“ Und diese wollen wir Ihnen auch heute scheinen lassen, indem wir nachher als besonderen Genuss eine Kostprobe des Burgrieslings 2017 ausschenken werden, ausgebaut vom Weingut Klaus Gündling in Michelbach.

Kein großer Freund auch des Weines war offenbar der US-amerikanische Erweckungsprediger Billy Graham, so stellte er zum Alkohol einmal fest: „Ich sehe nicht ein, warum einer der trinkt, ausgerechnet Alkohol trinken muss, nachdem uns Gott doch so viel Wasser geschenkt hat.“. Hiergegen halten wir es dann doch lieber mit dem irischen Dramatiker und Whisky-Liebhaber Brendan Behan, der pragmatisch- sympathisch feststellt: „Wasser ist nicht zum Trinken da, sonst hätte Gott nicht so viel davon gesalzen“.

Wir sind jedenfalls sehr froh, dass wir bei uns kein Wasser trinken müssen, schon gar kein gesalzenes, sondern auf die hervorragenden Erzeugnisse unserer Weinbaubetriebe und Brenner zurückgreifen können, die stets einen Genuss für Gaumen und Nase versprechen. Und ich begrüße stellvertretend für Sie alle unsere charmanten Weinmajestäten: Die Hörsteiner Herbstkönigin Nadine Staubach und die Michelbacher Winzerkönigin Eva Attenhauser mit ihrem Gefolge! Seid uns von Herzen willkommen und herzlichen Dank für Euren engagierten Einsatz für den heimischen Weinbau und unsere Stadt, in der wir immer auch sehr engagiert Tradition und Brauchtum pflegen und ich freue mich, begrüßen zu können das Wasserlosser Prinzenpaar, Franziska I. und Matthias I.

In unserer Stadt zu leben, empfinde ich als Privileg, ebenso unsere Stadt mitgestalten und repräsentieren zu dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ebenso allen, die mich bei meinen Aufgaben unterstützen, allen voran meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Anliegen es ebenfalls ist, unsere Stadt weiter voranzubringen und sie damit noch schöner und noch attraktiver zu machen.

Auch danke ich allen, die politisch mit Verantwortung tragen für das Gelingen unserer Stadt, namentlich dem Stadtrat sowie meinen beiden hervorragenden Stellvertretern Helmut Schuhmacher und Ralph Ritter - auch für die exzellente Vertretung unserer Stadt und ihre engagierte wie freundschaftliche Unterstützung.

Mein Dank gilt zudem unserer Presse und damit dem Main-Echo, dem Heimat- und Kahlgrundboten sowie dem Funkhaus. Für Sie alle begrüße ich vom Main-Echo Herrn Jens Raab und den Fotografen Harald Schreiber, der immer wieder mit besonderen, vielfach schon preisgekrönten Aufnahmen von sich reden macht. Ich danke Ihnen für Ihre Anwesenheit und Ihre Berichterstattung und das immer wieder sehr angenehme und vertrauensvolle Miteinander.

Und mein ausdrücklicher Dank geht schließlich an diejenigen, die wieder an der Vorbereitung für heute beteiligt waren und an alle, die nun für uns da sind, um uns unbeschwerte Momente mit guten Gesprächen zu bescheren. Und überhaupt dürfen wir niemals aufhören miteinander zu sprechen, und uns auszutauschen, auch und gerade dann, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. So stellte es auch Bundespräsident Steinmeier in seiner letzten Weihnachtsansprache zu Recht heraus. Der bloß virtuelle Austausch in den sozialen Medien ist jedenfalls nicht in der Lage, die Herausforderungen und Probleme unserer Zeit zu lösen und wird vor allem eines niemals ersetzen: Das persönliche Gespräch.

Nicht virtuell, sondern ganz real, nämlich: Aug in Aug und Glas um Glas, das wir nun gleich auf uns und unsere Stadt erheben wollen, können wir uns begegnen. Jedenfalls dann, wenn ich mit meinen Zeilen zum Ende komme, was ich hiermit sogar „SCHON JETZT“ tun möchte.

Und lade Sie zuvor nur noch ein - nach ihrem kräftigen Applaus, auch in diesem Jahr wieder in das Frankenlied mit einzustimmen und heute mit der Europahymne zu schließen. Und mit Blick auf Ihre Gesanges-Nachbarin oder Ihren Gesanges-Nachbarn: Vergessen Sie nicht: Auch Gesang ist ein Genuss, wenngleich je nach Gesang, Sänger und Talent vielleicht mehr für den, der singt, als für den, der zuhören muss. Wenn wir aber alle singen, dann können wir alle gleichermaßen genießen und so will ich diese meine Rede nun schließen mit Genussregel Nummer 7: Sie erinnern sich: „Genuss ist alltäglich!“ Genießen kann man jetzt sofort, an jedem Tag der Woche.“ Meine sehr geehrten Damen und Herren: Fangen wir also am besten gleich hier damit an! Und freuen uns auf ein genussreiches 2019! Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!