Neujahrsansprache
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, meine geschätzten Damen und Herren,
„Vivat es lebe unser geliebter König“ mit diesen Worten beginnt ein Beitrag im Heimatjahrbuch 2016 über den Wechsel des früheren Amtes Alzenau zur bayerischen Krone vor 200 Jahren, verfasst von meinem geschätzten Amtsvorgänger, unserem Ehrenbürger Walter Scharwies, der Du uns, lieber Walter, auch auf der Gartenschau mit Deinen Lesungen über den Weinbau viele unterhaltsame Momente beschert hast. Lieber Walter sei uns gemeinsam mit Deiner lieben Gattin Irene herzlich willkommen so wie ich all unsere Ehrenbürger auf das Herzlichste begrüße, namentlich Irene Treffert, Gerhard Dehn, Dr. Rolf Ringert und Helmut Schuhmacher.
Am 14. April 1816, also vor 200 Jahren, wurde mit Unterzeichnung des Münchner Vertrages zwischen Bayern und Österreich die Zugehörigkeit des seinerzeit großherzoglich hessisch-darmstädtischen Vogteiamts Alzenau zum damaligen Königreich Bayern besiegelt. Die „reale Übergabe“ an die bayerische Krone erfolgte am 17. Juli 1816 in Miltenberg, das neben Amorbach und Kleinheubach im Zuge der territorialen Neuordnung ebenfalls an Bayern gefallen war.
Seitdem sind wir mit unserer Stadt das - uns auf der Gartenschau so namentlich auch präsidial von unserer Landtagspräsidentin Barbara Stamm durch Eintrag ins Goldene Buch sinngemäß verbriefte - „Paradiesische Eingangstor“ zum heutigen Freistaat. Und wir prägen vor allem dank des großen Engagements auch vieler von Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, die ich Sie alle auch namens des Stadtrates herzlich begrüße, auf hervorragende Weise das Bild unserer unterfränkischen und damit zugleich die Sonnenseite auch unserer bayerischen Heimat.
Umso unverständlicher erscheint die Tatsache, dass auf Seiten von Hessen - Darmstadt die Abtretung des Amtes Alzenau kein Wehklagen ausgelöst hatte: So soll „abgesehen von der Klage über den Verlust der schönen Wälder im Alzenauer Bezirk“ bei den Vorverhandlungen zum Vertrag „kaum ein Wort des Bedauerns (…) gefallen sein“. Nicht minder nachvollziehbar ist, dass Bayern den Münchner Vertrag und damit ja auch den Erhalt unserer Stadt seinerzeit mit - Zitat: „tiefer Enttäuschung aufnahm“.
Wir hingegen empfinden kein derartiges Gefühl - ganz im Gegenteil: wir sind froh und glücklich über diese historische Fügung, um die uns im Übrigen viele beneiden und die uns bislang jedenfalls keinen erkennbaren Nachteil eingebracht hat, was ich Dich, lieber Peter Winter als unseren Stimmkreis- und Landtagsabgeordneten bitte, an die Staatsregierung weiterzugeben, die in wenigen Monaten dank Deines Ideenreichtums bei uns Station machen wird.
Dir, lieber Peter, danke ich auch für Dein großes Engagement um unser Amtsgericht und die grundlegende Sanierung unserer Burg, die als Außenstelle der Staatskanzlei in jedem Fall einen hervorragenden Rahmen für die Kabinettssitzung bieten wird. Bis dahin arbeiten wir weiter daran, dass unser Wahrzeichen nicht nur in den Gerichtsräumen, die vertretene Gerichtsbarkeit sei an dieser Stelle herzlich begrüßt, in neuem Glanz erstrahlen wird, und wissen Dich dabei ebenfalls fest an unserer Seite. Und ich begrüße an dieser Stelle ebenso herzlich Deine charmante Kollegin Judith Gerlach sowie Deine ehemaligen Mitstreiter Norbert Geis und Henning Kaul.
In musikalischem Glanz erstrahlte unsere Stadt während der vier Tage des Bayerischen Landesmusikfestes, das uns auch infolge Deines besonderen Einsatzes als Präsident des Bayerischen Blasmusikverbandes beste Unterhaltung und klangvolle Vielfalt beschert hatte.
Weit mehr als nur eine schöne Bescherung bot sich uns während der 87 Tage des unsere Stadt verzaubernden Gartenschausommers, der als unvergessliches Sommermärchen mit seinen mehr als 284.000 Besuchern, 8.768 verkauften Dauerkarten und Höchsttemperaturen von bis zu 39,8°C in die Alzenauer Geschichte eingehen wird.
Herzlichen Dank an alle, die uns dieses Sommermärchen mit einem Besucherdurchschnitt von 3.100 am Tag und einem Maximum am 31. Mai von 6.004 bereitet haben. Mein besonderer Dank gilt Walter Scharwies, Roland Albert, den ich zusammen mit seiner lieben Gattin mit großer Freude begrüße sowie Dr. Michael Neumann mit seiner Mannschaft.
Vor allem danke ich allen Akteuren aus unserer Stadt, dem Landkreis sowie aus unserer hessischen und weiteren Nachbarschaft, die sich auf beispielhafte Weise in die Gartenschau und damit für unsere Stadt eingebracht haben. Meine Bürgermeisterkollegen, die Ihr herzlich willkommen seid, bitte ich, unseren Dank weiterzugeben.
Alle Mitwirkenden und auch Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Sie uns erneut so zahlreich die Ehre geben, haben maßgeblich Anteil daran, dass sich unsere Stadt als hervorragende Gastgeberin präsentiert und eine wunderbar blühende Visitenkarte abgegeben hat.
An dieser Visitenkarte mitgeschrieben hat insbesondere das in unserer Stadt stark ausgeprägte Ehrenamt, für das nicht nur ich, so auch heute wieder, sehr dankbar bin. Diesen Dank sowie die mit dem verlässlichen Einsatz unserer Ehrenamtlichen verbundene Anerkennung möchte ich dieses Jahr mit einem Ehrenamtsempfang auch öffentlich zum Ausdruck bringen, in dessen Rahmen wir zugleich Ehrungen für besonderes Engagement vornehmen wollen. Hierfür bitte ich Sie alle um Vorschläge.
Regelmäßig Ehre und Dank gebührt unseren Feuerwehren, dem Roten Kreuz und dem THW sowie allen Verantwortungsträgern in den über 180 Vereinen und Verbänden unserer Stadt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Miteinander vor Ort, das uns ebenso auszeichnet wie unsere lebendigen Kirchen- und Religionsgemeinschaften mit ihrem nicht minder unverzichtbaren Engagement für unser örtliches Gemeinwesen. Verehrte Geistlichkeit, ich grüße Sie alle herzlich, stellvertretend unseren Dekan Jan Kölbel sowie Pfarrer Johannes Oeters verbunden mit unseren besten Genesungswünschen an Pater Gröters.
„Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unsere Hilfe braucht“ brachte es Martin Luther einst auf den Punkt. Hilfe benötigen vor allem die Menschen, die vor Terror, Gewalt und Krieg geflohen oder noch immer auf der Flucht sind, und auch bei uns Frieden, Schutz und Sicherheit suchen. Derzeit leben im Landkreis rund 1.800 Flüchtlinge, davon 130 Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche auch bei uns, die ich heute ebenfalls wieder von Herzen willkommen heiße.
Das gilt gleichermaßen für alle Helferinnen und Helfer, die sich um die bei uns lebenden Flüchtlinge kümmern verbunden mit meinem ausdrücklichen Dank und der Bitte, nicht nachzulassen in ihrem beispielhaften Engagement, mit dem wir auch eine sehr menschliche Visitenkarte unserer Stadt abgeben.
Den für die Betreuung zuständigen Mitarbeiterinnen in den Behörden danke ich ebenfalls, vor allem, Ihnen verehrter Herr Landrat, sei uns herzlich gegrüßt, und der Mannschaft in Deinem Haus für die exzellente Zusammenarbeit. Mein Dank gilt zugleich unserer Polizei und meinen Mitarbeitern. Sie und alle ehrenamtlichen Kräfte geben mit Ihrem Einsatz unserem Land das „Gesicht eines warmherzigen und menschlichen Landes“, wie es Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Weihnachtsansprache zutreffend formuliert hat.
Was wir für unseren Einsatz zurückbekommen, meine sehr geehrte Damen und Herren, das sind - und ich sage das aus eigenem Erleben - lachende und frohe Gesichter von Menschen, die teilweise von sehr weit herkommen. Das sind Umarmungen sowie dankbare und zum Teil sehr berührende Worte wie diese, die ich zu Weihnachten von den mit uns lebenden neun unbegleiteten Jugendlichen bekommen habe, denen unserer Stadt zur neuen geworden ist - ich zitiere: „Alzenau ist mehr als ein Ort zum Rasten. Es ist ein Ort zum Frieden finden. Vielen Dank, dass du uns ein Stück auf diesem Weg begleitet hast.“
Diese Dankesworte, über die ich mich sehr gefreut habe, stehen für all diejenigen in unserer Stadt, die Flüchtlinge betreuen.
Als Wegbegleiter für Flüchtlinge und Helfer erweisen sich die Studentinnen und Studenten aus Würzburg, die unter dem Titel „integrAi.de“ ein Projekt auf den Weg gebracht haben, für das wir Pilotstadt sind. Im Rahmen dessen gilt es u. a. Paten zu finden, die sich individuell um Flüchtlinge, insbesondere auch nach ihrer Anerkennung kümmern und sie bei ihrer notwendigen Integration in Gesellschaft und Beruf begleiten.
Die Sorge um unser aller Wohl beschäftigt uns im Rathaus, meine gesamte Mannschaft sowie die Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates auch im neuen Jahr, für das ich Ihnen auch persönlich von ganzem Herzen alles Liebe und Gute wünsche, vor allem Gesundheit und persönliches Wohlergehen auf all ihren stets von Sonnenschein, Glück und Zufriedenheit getragenen Wegen! Möge das neue Jahr auch weltweit ein friedlicheres und besseres werden als 2015!
Auf unsere kommenden Wege festlich eingestimmt haben uns die Musikerinnen und Musiker der Kolpingkapelle Alzenau unter der bewährten Leitung von Christophe Szykulla, die letztes Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiern konnte und regelmäßig mit ihrem Können erfreut, so auch wieder am 9. April um 19.30 Uhr hier an Ort und Stelle zu ihrem Konzert, zu dem die Kolpingkapelle Sie, meine geschätzten Damen und Herren, herzlich einlädt. Liebe Musikerinnen und Musiker, seid auch Ihr uns herzlich willkommen.
Den Auftakt für unser weiß-blaues Jubiläumsjahr unter dem Motto „Alzenau 200 Jahre bayerisch“ und damit seine musikalische Eröffnung bildet das Konzert des Bayerischen Polizeiorchesters am 5. März mit seinem unvergleichlichen Chefdirigenten Prof. Johann Mösenbichler, der sich nicht nur über die erste Beifalls-Rakete für sein Orchester gefreut hatte.
Zum Konzert in der Räuschberghalle werden wir auch - und das freut mich besonders - begrüßen dürfen die Schirmherrin unseres Jubiläumsjahres, die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, der ich zugleich für die Übernahme der Schirmherrschaft und das damit verbundene Zeichen der Wertschätzung herzlich danke. Doch nicht nur das ist erfreulich: Erfreulich ist auch die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt, die sich anhand hervorragender Kennzahlen belegen lässt, und die wir vor allem den Mitarbeitern unserer Unternehmen und Betriebe sowie ihrer Entscheidungsträger zu verdanken haben, für die ich stellvertretend begrüßen möchte die Vorsitzende der GHG Martina Stickler sowie den Ehrenpräsidenten der IHK Aschaffenburg Horst Michaels.
Die Arbeitslosenquote liegt (Stand: November 2015) bei niedrigen 2,5 %, die Arbeitsplatzzahl ist mit rund 10.000 die höchste im Landkreis, und nach wie vor sind mehr Ein- als Auspendler bei uns beschäftigt.
Wir sind, das zeigen die Zahlen, damit immer auch reich an Menschen, die als Arbeitgeber bereit sind, unternehmerische Risiken auf sich zu nehmen und freuen uns zugleich über diejenigen, die künftig die wirtschaftliche Visitenkarte unserer Stadt bereichern werden, z. B. die Firma Gottfried Schmidt aus Kleinostheim, die nach und nach auf rund 3 Hektar in Alzenau-Nord vertreten sein wird. Im ersten Schritt soll im Frühjahr der Baubeginn erfolgen für ein hochmodernes Hochregallager für 60 T Pakete und ein Servicecenter mit Veredelung von Berufsbekleidung und Dienstleistung mit zunächst ca. 40 Mitarbeitern. Zwei weitere Neu- bzw. Umsiedelungen zeichnen sich ab.
Eine bereits konkrete Bereicherung bietet uns die Fa. Mystim aus Mömbris, die im Februar/März Spatenstich feiern möchte und zum Jahresende mit rund 20 Mitarbeitern in Alzenau vertreten sein wird. Die Firma Scherer Feinbau hat bereits 2015 ihren Betrieb aufgenommen, wie z. B. auch die Firmen OFRU, Procon und Teamtech als renommierte Unternehmen im High-Tech- Bereich.
Das Unternehmen Bühler, ehemals Leybold Optics wird sich ebenso wie das Lidl-Zentrallager erweitern, Hyundai mit High-Tech im Motorsport wächst ebenfalls. Auch dafür vielen Dank und weiterhin viel Erfolg! Erst vor wenigen Wochen, meine geschätzten Damen und Herren, wurde in unserer Stadt - und darauf sind wir sehr stolz - das neue Rallyefahrzeug „der Hyundai i20 WRC“ der Weltpresse vorgestellt.
Zwar nicht mit diesem Fahrzeug, aber in bewährter Weise wollen wir uns noch einmal auf eine Benefiz-Rallye begeben. Wir hoffen, erneut eine stattliche Summe einfahren zu können, die über den neu gegründeten Gartenschauförderkreis den beiden neuen Parkanlagen zu Gute kommen soll.
Ziel unserer Benefiz-Jubiläumstour werden Orte sein, die einst dem Gebietstausch Bayern – Österreich unterfielen. Wohin uns demnach die Rallye voraussichtlich führen wird, zeigt uns nicht nur ein Blick auf die Karte hinter mir, sondern in die bereits erwähnte Abhandlung von Walter Scharwies, Zitat: „Mit dem „insgesamt 26 Artikel umfassende(n) (…), Gebietsvertrag“ (…) wird dem Königreich Bayern gestattet, die bayerische Landesgrenze „um das Amt Alzenau herumzulegen“. Bayern muss „Salzburg, das Inn- und Hausruckviertel sowie das Tiroler Amt Vils“ zurückgeben „und erhält dafür (neben dem Amt Alzenau) die linksrheinische Pfalz sowie die Ämter Hammelburg, Brückenau, Teile von Bieberstein, Redwitz, (…), Miltenberg, Amorbach und Heubach.“ Artikel 19 des Vertrages sicherte die Zugehörigkeit von Berchtesgaden zu Bayern.“
Zur Unternehmens- und Einzelhandelslandschaft unserer Stadt zugehörig sind seit letztem Jahr auch die Firma Algum sowie viele neue Geschäfte, die zur weiteren Belebung unserer Innenstadt beitragen, so die Lesekatze, das Little Angels und das Phoenix Home & Living sowie Tillmanns Brautmoden oder das im Frühjahr neben dem Main-Echo eröffnende Babyfachgeschäft „Lieblingsmensch“.
Wichtiger Teil der Innenstadtbelebung und zugleich wertvolle Bereicherung ist der von der AWO als Integrationsprojekt geführte tegut. Erfreulich bleibt die Ansiedelung des Nahkaufs im Stadtteil Hörstein. Ihnen und den schon lange die Nahversorgung sicherstellenden Lebensmittelgeschäften „Ums Eck“ und „Nah und gut“ wünsche ich von Herzen den verdienten Zuspruch. Vielen Dank für Ihr gerade im Bereich Lebensmittelversorgung so nicht mehr selbstverständliches Engagement.
Nicht selbstverständlich und ebenso erfreulich sind die Neueröffnungen der Filialen der Bäckerei Schatz in Alzenau und Wasserlos sowie der Läden „Cinderella´s“ in Michelbach und „Maddin´s Trendy Trachten!“ in Albstadt. Auch Ihnen allen weiterhin viel Erfolg!
Der von Lidl geführte Markt in der Rodenbacher Straße wird zur Jahreshälfte in die Dieselstraße umziehen, 23 Wohneinheiten werden in der Folge entstehen, die sich nach unserer Kenntnis großer Nachfrage erfreuen wie sämtlicher Wohnraum, der auch im letzten Jahr, und das ist ebenfalls ein Beleg für die Attraktivität unsrer Stadt, geschaffen wurde.
Und in der Tat: neben Möglichkeiten zum Arbeiten und Einkaufen braucht eine attraktive Stadt stets ausreichend Raum zum Wohnen. Der Bedarf ist nach wie vor groß, die Nachfrage ungebrochen. Mehrere Wohnbauprojekte sind in der Planung, z. B. hinter dem Rathaus und auf dem Areal zwischen Hanauer- und Poststraße, das dadurch ohne Zweifel deutlich aufgewertet würde.
Überlegungen gibt es für den Bereich der Burgstraße zwischen Notar und ZOB - eine Top-Innenstadtlage, die sich nicht nur zum Wohnen eignet: ich hoffe sehr, dass uns zeitnah Planungen vorliegen, die den Aufgang zum Wingert mitintegrieren und zu einer weiteren Belebung der Innenstadt beitragen sollen wie im Übrigen auch die Fortführung unseres Kleinkunstvorhabens im ehemaligen Gefängnis, das schrittweise heranreift.
Um unseren hervorragenden Weinbau auch in der Innenstadt herauszustellen, soll dieses Thema dabei ebenfalls eine Rolle spielen. Den im letzten Jahr angelegten Weinberg am Burghang werden wir im Frühjahr fortführen, was auch dank meiner Mitarbeiter Reinhold Delary und Roland Schaak weiter wunderbar gelingen wird: meine Herren, auch Ihr seid spitze, vielen Dank für Euren Einsatz um den Burgriesling, den wir in diesem Jahr erstmals werden ausbauen können.
Leidenschaft für den Weinbau hegen auch unsere Weinmajestäten, die ich mit ihren Prinzessinnen herzlich begrüße, namentlich unsere Michelbacher Winzerkönigin Josepha Kraut sowie unsere Hörsteiner Herbstkönigin Svenja Otter-Krohnen.
Schließlich dürfen unsere Weinbaubetriebe nicht fehlen, die allesamt durch Qualität bestechen. Ein sehr schönes Beispiel ist die erneute Auszeichnung des Weingutes Armin Heilmann mit dem Bayerischen Staatsehrenpreis sowie des Weingutes Klaus Simon mit dem Landkreisehrenpreis, zu dem wir jeweils herzlich gratulieren wie zu allen Auszeichnungen, die unsere Winzer regelmäßig erreichen, die ja zum Teil auch begnadete Schnaps- und Whiskeybrenner sind wie im Übrigen auch einige Landwirte, die sich nicht minder engagiert um die Pflege unserer Landschaft verdient machen.
Auf den geplanten Umzug des Hofgutes Hörstein von Aschaffenburg nach Hörstein und den damit verbundenen Neubau einer Weinkellerei auf dem Gelände des alten Sportplatzes freue ich mich sehr, schließlich wird dadurch der örtliche Weinbau um einen weiteren wichtigen Akzent bereichert.
Eine weintouristische Bereicherung bietet das „Terroir-f“ im Michelbacher Apostelgarten, das sich sehr harmonisch in unsere herrliche Weinberglandschaft einfügt und einen fantastischen Blick auf Frankfurt und die Region eröffnet. Den sich daran finanziell in großem Umfang beteiligenden Weinbaubetrieben sowie der Landesanstalt danke ich für ihr Engagement um den Tourismus und die gelungene Verbindung zwischen Tradition und Moderne, die sich auch in dem Neubau widerspiegelt, den wir im Frühjahr übergeben wollen.
Der in Wasserlos zwischen Auerpfad und Bezirksstraße entstehende Neubau mit seinen 22 Wohneinheiten soll zum Jahresende bezugsfertig sein. Die Planungen für eine Bebauung oberhalb des Dr.-Kihn-Rings in Michelbach werden wir in Kürze konkretisieren. Bereits erste Voraussetzungen geschaffen wurden für die Bebauung auf einem dortigen Gärtnereigelände.
Alle neuen und geplanten Baumaßnahmen gehen einher entweder mit flächensparender Nachverdichtung oder geringfügigen Arrondierungen.Sie alle ermöglichen Zuzug sowie vielen unserer Einwohner auch den Verbleib am Ort.
Und gerade wer vor Ort wohnt, schätzt in der Regel auch das Angebot an Freizeit, Kultur und Unterhaltung: hierfür wird ebenfalls wieder vielseitig gesorgt sein, nicht zuletzt im Hinblick auf unser Jubiläum und unsere für Veranstaltungen beste Voraussetzungen bietenden neuen Parkanlagen, die wir weiterhin mit Leben erfüllen wollen: z. B. mit Kinonächten des Casino, einem von der Sparkasse mitunterstützten, für den 3. Juli geplanten Familienfest, einem Frühlings- und Herbsterwachen sowie der Bewirtung des Winzerpavillons durch unsere Winzer jeden Mittwoch in der Zeit von April/Mai bis August/September. Auch gibt es Überlegungen für ein Stadtweinfest und einen kleinen saisonalen Wein- und Biergarten mit Gastronomie im Generationenpark als möglicher neuer innerstädtischer Anziehungspunkt.
Mit „Steffens Herrnmühle“ und der „Kahltalmühle“ wurde unsere kulinarische Visitenkarte 2015 um neue gastronomische Anziehungspunkte bereichert, die sich - und darüber freue ich mich ebenfalls sehr - rasch etabliert haben.
Zum Bayern-Jubiläum ihr Kommen zugesagt haben „Waltraud und Mariechen“ für einen Auftritt am 5. Juni im unteren Burghof. Die Burgfestspiele unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Finanzministers bieten u. a. die Uraufführung des Musicals „THE BLUES BROTHERS in: PRISON!“ und des Krimischwanks „DER FALL ALZENAU oder Blut am Mühlrad“. Eine „weiß-blaue Nacht“ und ein musikalisches Picknick bieten weitere Gelegenheiten, um gemeinsam zu feiern.
Wenngleich das Feiern auch damals nicht unüblich war, bleibt festzustellen, dass die Übergabe unserer Stadt an Bayern ohne Festakt hat auskommen müssen: „Die Besitzergreifung im nordwestlichsten Bayern löste in München keine Begeisterung für einen das Königreich bejubelnden Festakt aus“. Der Vollzug gestaltete sich „bürokratisch einfach“. So ging im Juli 1816 auf Burg Alzenau ein auf den 12. Juli datierter Brief aus Darmstadt ein, mit dem die Modalitäten der Übergabe auch des Amtes Alzenau „an die Krone Baiern“ bekannt gegeben wurden. Der Alzenauer Amtmann Dittmann und sein Amtsschreiber Münnich wurden geladen, sich „Ends am 17ten um 10 Uhr Morgens in Miltenberg einzufinden.“
Dort musste „der bisherige und künftige Amtsvogt Dittmann (…) den Amtseid“ auf den bayerischen König ablegen. „Die Eidesformel bestand aus leicht verständlichen Sätzen. Das Misstrauen muss aber in München groß gewesen sein, vielleicht wegen der unterschiedlichen Dialekte.“ Denn am Ende musste er noch folgendes erklären: „Daß ich all dasjenige, waß mir vorgelesen worden, und ich sehr wohl verstanden habe, genau in Erfüllung bringen wolle.“
„Mit acht bayerischen Staatswappen im Gepäck trat er die Heimreise (…) an mit der Weisung, solche an den öffentlichen Gebäuden, Thoren und an den Grenzortschaften gegen das Ausland anzuheften“. In der Folge wurden die Wappen u. a. an der Burg, den Gemarkungsgrenzen und „den Waldwegen nach Ober- und Niederrodenbach“ angebracht. Wir werden zu gegebener Zeit ebenso verfahren, die Wappen liegen schon bereit.
Rodenbach grenzt bekanntermaßen an Albstadt, wo wir Ende 2016 den Abschluss der Straßen- und Kanalbaumaßnahmen feiern wollen, die bereits im letzten Jahr das Geschehen vor Ort bestimmt haben. Diesbezüglich sage ich der Albstädter Bürgerschaft herzlichen Dank für ihre Geduld. Dort wurde anders als im übrigen Amt Alzenau die Übergabe an Bayern gefeiert, wenngleich später im Jahr. Bei Dr. Karl Kihn heißt es hierzu u.a.: „Es war im Herbst 1816 (…)…als untergroßem Jubel ein schöner bekränzter Wagen von 4 Pferden (…) nach der Grenze (…) gezogen ward: auf dem Wagen lag der blauweiße Grenzpfahl mit dem bayerischen Wappen, über und über mit Blumen und Kränzen geschmückt“ (…). Festlich gekleidete Schulkinder und Honoratioren waren zugegen und „Jubellieder“ waren zu hören „bei diesem wichtigen Akte“. „Im Dorfe aber waren die Straßen mit Tischen bestellt, welche mit Freigerichter Wein vom Jahre 1811 und den folgenden Jahrgängen, Apfelwein, Käse, Butter und Schinken reichlich beschwert waren.“
Damit wäre zumindest die Speisefolge für die Feiern zum Abschluss der Baumaßnahmen in Albstadt geklärt. Der Grenzpfahl steht bereit, mit dem wir an unsere Geschichte erinnern wollen, wozu im Rahmen des 140-jährigen Jubiläums des Freigerichter Bundes am 29. Mai auch eine Grenzwanderung stattfinden wird.
Und nicht nur damals wurde gefeiert: 2015 war das Jahr der 118 Silbernen, 75 Goldenen sowie von 22 Diamantenen und 6 Eisernen Hochzeiten. Das ergibt 8.360 Ehejahre und eine Ehedauer von durchschnittlich 38 Jahren. 126 Mal wurde bei uns der Bund für die Ehe geschlossen. Und an einigen durfte ich beteiligt sein wie ich auch bei den vg. Ehejubiläen zu Gast sein durfte, was erneut eine große Freude war. Auch dafür herzlichen Dank.
Im Vereinsleben blicken wir dieses Jahr u. a. auf 115 Jahre TV Michelbach, das dortige Männerquartett feiert 60-Jähriges, über 40 Jahre freut sich der Wanderverein „Räuschbergler“ sowie die Sozialstation „St. Paulus“. 30 Jahre Stadtbibliothek und Imbiss am Markt bieten ebenfalls Anlass zum Feiern, vor allem das 30-jährige Jubiläum unserer Freundschaft mit Thaon-les-Vosges.
2015 konnten 13 Jubiläen mit insgesamt 865 Jubeljahren begangen werden: die „Sängerlust“ Hörstein, das Malergeschäft Trageser sowie der TSV Alzenau waren daran mit je 125 Jahren beteiligt.
Auch Jubiläen sind Ereignisse, bei denen Menschen zusammenkommen nicht nur in unserer Stadt, die mit Stand heute 18.605 Einwohner zählt, darunter 1.502 Mitbürgerinnen und Mitbürger ausländischer Herkunft. 9.195 Damen bereichern unsere Stadt, 9.410 Einwohner sind männlich. Die Herren sind also den Damen überlegen, wenngleich dies, verehrte Damen im wahren Leben natürlich so nicht zutrifft. Und bereits der Sage nach stand - wie Sie alle wissen - am Anfang von Alzenau eine starke Frau.
„Am 1. Juli 1816, dem Tag der „Besitznahme“ des Amtes Alzenau lag die Einwohnerzahl unserer Stadt“ nach Aufzeichnungen von Franz Horcher, damals königlich-bayerischer Rentbeamter (heute Finanzbeamter) bei 2.972 Einwohnern, darunter 574 Verheiratete, 203 Wittleute sowie 2.195 Kinder.
Zum damaligen Alter und Altersdurchschnitt sagt der Bericht nichts aus, der heute bei 44 Jahren liegt. Die Frauen sind im Schnitt 45 und die Männer 43 Jahre alt. Die älteste Dame in unserer Stadt ist 98, der älteste Herr kann auf 97 Jahre zurückblicken. Unsere Geburtenzahlen sind weiter sehr erfreulich: so waren es Stand 30.12.: 132 Geburten, 2014 waren es 138 und 2013 lag die Zahl bei 124.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Kinder bringen nicht nur Lebensfreude, sondern sorgen zugleich für lebendige Kommunen. Lebendige Kommunen mit einem hohen Maß an Lebensqualität und einem attraktiven Umfeld für alle Generationen sind unverzichtbar, damit wir uns alle auch weiterhin wohlfühlen und im kommunalen Wettbewerb mithalten können. Das wiederum setzt eine wohlüberlegte und nachhaltige Stadtentwicklung voraus, die zahlreiche Projekte und Vorhaben beinhaltet, von denen wir 2015 viele haben abschließen oder auf den Weg bringen können oder nun angehen werden.
Dass wir dabei auf dem jedenfalls nicht verkehrten Weg sind, dafür sprechen auch folgende Zeilen, die mir eine ehemalige und schon lange in den USA lebende Alzenauerin zu Weihnachten übermittelt hat, die erst 2015 in ihrer alten Heimat zu Besuch gewesen ist - Zitat: „We are always impressed when we visit, that Alzenau only becomes better and better, and more and more beautiful.“
Was haben wir hierzu neben den schon ausgeführten Vorhaben 2015 beigetragen? Der Straßen- und Kanalbau in Michelbach sowie im ersten Bauabschnitt in Albstadt wurde abgeschlossen; der Herrnmühlensteg ersetzt und ein Friedpark ins Leben gerufen sowie ein Wohnmobilstellplatz eröffnet. Zudem konnten wir den neuen Kunstrasenplatz in Alzenau und den neuen Spielplatz im Kleeb übergeben.
2016 wird uns u.a. bescheren, die von uns gewünschte Rechts-Abbiegespur auf der St 2305 von der Burgstraße in Richtung Michelbach sowie den Umbau der Bushaltestelle in Hörstein-Nord. Uns erwartet die Fertigstellung des auf rund 650 T € taxierten Kinderplanschbeckens im Waldschwimmbad. Der DSL-Ausbau und damit dessen weitere Optimierung stehen ebenso an wie die weitere Verbesserung der Barrierefreiheit oder die Erneuerung des Entengassenstegs.
Schließlich werden wir ein Konzept zur Dezentralisierung unserer Volkshochschule vorlegen, das auch zur weiteren Belebung der Stadtteile und Innenstadt sowie zu einer optimierten Nutzung unserer Bibliothek führen soll, die durchaus Potential bietet für weitere Nutzungen. Hierfür werden wir ebenfalls ein Konzept vorlegen, um im Zuge einer möglichen Umgestaltung auch die Frequenz in der Innenstadt zu erhöhen.
Die Sanierung und Umgestaltung des rund 30 Jahre alten Friedberger Gässchens steht an, ebenso die Fortführung der LED-Umrüstung. Mit dem Wasserwirtschaftsamt arbeiten wir an der partiellen Auflichtung der Kahl im Innenstadtbereich, um sie als Gewässer sichtbarer und damit erlebbarer zu gestalten wie wir uns zugleich die Schaffung weiterer naturnaher Aufenthaltsräume am Wasser wünschen.
Für ein attraktives Umfeld ist eine intakte Natur unverzichtbar, deren Schutz auch die konstante Umsetzung unseres Klimaschutzkonzeptes bedingt, aus dem wir dem Stadtrat Maßnahmen zur energetischen Sanierung vorschlagen werden.
Bei alldem ist auch für 2016 festzustellen: Die Sanierung und moderate Fortentwicklung unserer Infrastruktur, erfordern nach wie vor hohe Millionenbeträge. Neben denen, die Geld verdienen braucht es daher auch diejenigen, die es nicht nur verwalten, sondern, liebe Banken, vor allem mehren, so dass ich an dieser Stelle herzlich begrüße die Vorstandsvorsitzende der VR Bank Alzenau Sigrid Werner und den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Alzenau-Aschaffenburg Jürgen Schäfer verbunden mit meinem Dank für die Unterstützung zahlreicher Vorhaben, auf die wir in diesem Jahr ebenfalls bauen und uns hierfür schon herzlich danken.
Unabhängig davon wird 2016 erneut deutlich, dass unser Haushalt mit einem Volumen von rund 64 Mio. € vor allem aufgrund weiter sinkender Gewerbesteuereinnahmen von geschätzten 1,4 Mio. € sowie gesetzlich bedingter Mehrabführungen an den Landkreis und zusätzlich gestiegener Personalkosten noch enger auf Kante genäht werden musste als bereits 2015.
So brauchen wir z.B. nach derzeitigen Schätzungen mittlerweile nahezu unser gesamtes Gewerbesteueraufkommen von rund 9,5 Mio. €, um die Kreisumlage zahlen zu können, wobei wir, sehr geehrter Herr Landrat, unabhängig davon sehr dankbar sind für all die Kreiseinrichtungen in unserer Stadt, von denen wir alle profitieren. Mein Dank und Gruß für die gute Zusammenarbeit richtet sich insoweit auch an die Kolleginnen und Kollegen im Kreistag.
Davon abgesehen gilt angesichts vieler veränderter Rahmenbedingungen, dass wir noch intensiver als ohnehin schon die Ausgaben sowie Einsparungen im Blick halten müssen. Eine Aufgabe, die aufgrund vieler Pflichtaufgaben, aber auch liebgewonnener Leistungen leichter klingt, als sie real umsetzbar ist.
Hierzu sollen mitunter in Zukunft monatliche Finanz-Sondersitzungen des Stadtrates dienen, in denen wir wiederum alle Bereiche und Strukturen der Stadt unter die Lupe nehmen werden auf noch tiefer gehende Einsparmöglichkeiten sowie neue Einnahmepotentiale, die sich nach Möglichkeit aber außerhalb klassischer Einnahmequellen wie Steuern und Gebühren bewegen sollen, z. B. durch den wieder aufzunehmenden Sandabbau.
Keinesfalls angestrebt ist ein ständiges Drehen an der Steuer-, Gebühren- und Beitragsschraube. Das sei gerade auch angesichts der 2015 in vielen Bereichen leider unumgänglichen Erhöhungen betont, für die ich bereits angesichts der Fülle allein an Pflichtaufgaben der Stadt Sie alle nur herzlich um Verständnis bitten kann. Dennoch bleibt festzustellen, dass gerade im Falle notwendiger Mehrleistungen in vielen Aufgabenbereichen die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter auseinandergeht, so dass regelmäßig ggf. wird nachjustiert werden müssen - auch das entspricht einer soliden und verlässlichen Finanzpolitik, um die erforderlichen Angebote auf Dauer und v.a. in der bewährten wie allseits gewünschten Qualität und Quantität leisten zu können.
Dabei wohlwissend ein jeder, dass z.B. öffentliche Einrichtungen in der Regel nicht kostendeckend arbeiten können. Beim City-Bus ist es gelungen, die Fahrleistungen eigenwirtschaftlich zu erbringen. Lediglich der vergünstigte Tarif für die Fahrten innerhalb des Stadtgebietes wird von uns ausgeglichen.
Unser Ziel für die Zukunft ist und bleibt in jedem Fall: auch trotz deutlich veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein weiterhin optimales Leistungsspektrum anbieten zu können, vor allem in den Bereichen Betreuung und Bildung, Verkehrsinfrastruktur und Brandschutz sowie Hallen, Bäder und Sportstätten.
Alles die Aufgabenfelder, in denen sich auch überwiegend unsere städtischen Investitionsdarlehen von derzeit rund 18,7 Mio. € wiederfinden, die sich zugleich wiederspiegeln in unserem durchaus nennenswerten Anlagevermögen von rund 230 Mio. € inklusive des Vermögens unserer Stadtwerke.
Auch vor diesem Hintergrund liegt eine weitere, in die Zukunft gerichtete Aufgabe darin, zu überlegen, wie wir unsere Stadt mittel- und langfristig ausrichten müssen, insbesondere wie wir unser Profil weiter schärfen und die Stärken unserer Stadt ausbauen können. In Bürgerwerkstätten wollen wir hierzu Ideen und Vorschläge sammeln und damit an den Agenda-Prozess aus dem Jahr 1999 anknüpfen und werden auf diese Weise, vielleicht unter dem Motto „Alzenau 3.0“, nicht nachlassen, unsere Stadt attraktiv weiterzuentwickeln.
Nicht nachlassen werden wir u.a. bei den notwendigen Investitionen für weiterhin optimale Rahmenbedingungen bei der Betreuung und Bildung unserer Kinder. Dafür haben wir für die Jahre 2016 und 17 3,9 Mio. € eingestellt.
Mit dieser Summe wollen wir in diesem Jahr die Erweiterung der Kindertagesstätte Kälberau sowie den 1,3 Mio. € umfassenden Neubau des Hortes in Michelbach abschließen und den insgesamt auf derzeit rund 2,2 Mio. € bezifferten Neubau der Kindertagesstätte in Hörstein am bisherigen Standort auf den Weg bringen. Voraussichtlich ein Drittel der abzüglich staatlicher Zuschüsse anfallenden Kosten trägt die Kirche. Rund 200 T € sind zudem veranschlagt für den Umbau der alten Schule für die Kinderbetreuung während der Baumaßnahmen.
Herzlich danken möchte ich an dieser Stelle allen Belegschaften in unseren Kindertagesstätten, Horteinrichtungen und Schulen sowie allen Elternbeiräten für ihre Arbeit.
Bereits im Januar 2015 konnte der rund 5 Mio. € umfassende Neubau der Grundschule in Hörstein samt Hort eingeweiht werden. Für die nach wie vor freien Räume der ehemaligen Schule befindet sich derzeit eine Umgestaltung zu Wohnraum für Flüchtlingsfamilien in der Prüfung. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums bleibt uns dabei grundsätzlich ein zentrales Anliegen, derzeit mangelt es an hierfür geeigneten Grundstücken.
Für den Neubau eines Institutsgebäudes hat Fraunhofer ein geeignetes Grundstück erworben, so dass wie geplant im Jahr 2017 mit dem Bau begonnen werden kann. Für den künftigen Bauherrn begrüße ich Herrn Prof. Dr. Gerhard Sextl und freue mich sehr auf die Fortsetzung der engagierten Zusammenarbeit, die wir auch mit der Hochschule Aschaffenburg pflegen, für die ich besonders willkommen heiße ihren Präsidenten Prof. Wilfried Diwischek sowie ihren Kanzler Gerhard Sarich. Die Bereiche Forschung und Wissenschaft sind bei uns insbesondere auch über unsere mit Frau Prof. Gesa Beck besetzte Stiftungsprofessur fest verankert.
Fest verankert im kommunalen Geschehen sind viele von uns. Wir alle, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind Teil unserer örtlichen Gemeinschaft, die sich auszeichnet durch ein starkes soziales Netzwerk, das wir uns auf Dauer bewahren mögen. Die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen, werden wir, davon bin ich überzeugt, in bewährter Manier des in unserer Stadt vorbildlichen Miteinanders erfolgreich bestreiten.
Die Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates, dem ich für die konstruktive Zusammenarbeit herzlich danke, ebenso meinen beiden Stellvertretern Helmut Schuhmacher und Ralph Ritter, denen ich v.a. für die hervorragende Vertretung unserer Stadt ausdrücklich Dank sage, sowie meine Mannschaft und ich werden die damit verbundenen Entscheidungen aktiv begleiten nach dem Motto des Thomas von Aquin „Für Wunder muss man beten, für Veränderungen muss man arbeiten“.
Dabei macht mir meine Arbeit als Bürgermeister nach wie vor große Freude und ich bin schon sehr gespannt auf das, was uns in diesem Jahr erwartet. Und was meine damit verbundene Arbeit anbelangt, möchte ich es halten mit einer Textzeile, die ich auf einer Einladung gefunden habe von Nils Hohnheit, einem unserer engagierten Nachwuchswinzer aus dem Weinort Hörstein, und die ich mir für meine Tätigkeit gerne zu Eigen mache, Zitat: „Wenn Du Deinen Beruf liebst, wirst Du keinen Tag arbeiten“.
Das gilt für mich auch dank des vielseitigen Engagements und der positiven Stimmung in unserer Stadt, und nicht zuletzt aufgrund des großen Einsatzes meiner rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen ich für Ihre verlässliche Arbeit herzlich danke. Insbesondere heute auch allen, die diesen Empfang erneut so engagiert vorbereit haben und derzeit für uns im Einsatz sind.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Jahr 2015, das nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes mit den Jahren 2003 und 1947 zu den drei heißesten Jahren der letzten 190 Jahre bei uns zählt, wird mir untrennbar verbunden bleiben mit den wunderbaren Momenten auf der Gartenschau sowie unzähligen erfreulichen Begegnungen.
Das Jahr 2015 hat mir im Übrigen auch sehr deutlich vor Augen geführt, was es heißt, wenn beim eigenen Nachwuchs sizilianisches Blut auf Albstädter Blut trifft. In jedem Fall, das sei Ihnen versichert, verspricht diese Tatsache eine höchst temperamentvolle Mischung.
Gerne auch mit Temperament im Umgang und dabei stets fair und ehrlich in der Sache bleibt der Austausch und die Meinungsbildung an Ort und Stelle für die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Stadt unverzichtbar, weswegen nach wie vor für das Rathaus und mich der Grundsatz „Offener Türen“ gilt, und auch die bekannte Reihe „Legler vor Ort“ und die sehr gut angenommenen Bürgerwerkstätten beibehalten werden. Ich hoffe auf weiterhin rege Beteiligung, dienen all diese Zusammenkünfte doch immer auch der Selbstreflexion.
Bei Ihnen allen bedanke ich mich auch namens des Stadtrates und meiner Mannschaft für das uns entgegen gebrachte Vertrauen, denn „Nichts kann den Menschen mehr stärken als Vertrauen, das man ihm entgegenbringt“, wusste bereits Paul Claudel. Und darum bitte ich Sie auch für unsere künftige Arbeit, bei der Sie weiter auf uns zählen können.
Auch die Presse, die ich herzlich begrüße, kann weiter auf uns zählen und ich bedanke mich ausdrücklich für die wiederum sehr gute Zusammenarbeit und die engagierte Berichterstattung, auch während der Gartenschau, insbesondere beim Main-Echo und Funkhaus Aschaffenburg, deren Vertreter ich herzlich begrüße.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Ludwig Thoma charakterisierte die Bayern einmal mit den Worten: „Für Strapazen und Mühseligkeiten haben sie große Ausdauer, nur Durst können Sie nicht ertragen.“ Lassen Sie uns daher sogleich auf das neue Jahr anstoßen, in dem wir auch auf 500 Jahre Reinheitsgebot blicken, und gehen wir mir Freude und Zuversicht hinaus in die kommende Zeit.
Zuvor lade ich Sie noch alle herzlich ein, angesichts unseres Jubiläums die Bayernhymne und selbstverständlich auch das Frankenlied mit anzustimmen, schließlich sind wir zwar alle stolze Bayern, aber eben noch weitaus stolzere Franken - und das alles in Bayrisch Rhein-Main.
Meine geschätzten Damen und Herren, das ist die Mischung, die uns so charmant und liebenswürdig und das Leben in unserer Stadt so lebenswert macht, die Dank des Kompositionstalents von Christophe Szykulla sogar über einen eigenen Stadtmarsch verfügt, den wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten wollen.
Verehrte Gäste, ich danke Ihnen für Ihre geduldige Aufmerksamkeit. Bleiben Sie gesund. Es war mir erneut eine große Freude und Ehre, am Neujahrstag zu Ihnen sprechen zu dürfen. Und so lade ich Sie zu guter Letzt noch ein in bekannt bewährter Weise, mit mir auszurufen auf unsere Stadt: „Ein Dreifaches: Hipp Hipp - Hurra, Hipp Hipp - hurra, Hipp Hipp - Hurra!
Und in diesem Sinne stelle ich fest: Vivat Bavaria! Vivat Franconia! Und vor allem: Vivat All-zu-nah!
