Rede zum Ehrenamts- und Helferempfang der Stadt Alzenau am 26. Januar 2020 von Bürgermeister Dr. Alexander Legler
Liebe Ehrenamtliche,
verehrte Blaulichter,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gäste, die Sie allesamt unser Leben vor Ort und darüber hinaus mit Ihrem großartigen Engagement menschlicher und damit lebenswerter machen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich grüße Sie alle herzlich, nachdem uns die Taiko-Gruppe „SAKURA NO KI TAIKO“ aus Frankfurt am Main unter der bewährten Leitung von Ljiljana Bulic mit ihrem großartigen Können und Talent an der Trommel auch diesen Ehrenamtsempfang fulminant eröffnet und damit zugleich lautstark und unüberhörbar für das Ehrenamt, das ich heute in besonderer Weise würdigen möchte, und seine überragende Bedeutung für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft getrommelt haben!
Und ich stelle mit großer Freude fest: es ist alles versammelt, was in unserer Stadt und darüber hinaus Rang und Amt, was Rang und Blaulicht hat, und darf Ihnen damit verbunden zurufen:
Herzlich willkommen Ihnen allen zum heutigen Ehrenamts- und Helferempfang - auch im Namen unserer Stadt, die um die Bedeutung Ihres für uns alle unverzichtbaren, und das von Ihnen das ganze Jahr über geleistete Engagement weiß, das Sie alle immer wieder auf vorbildliche Weise erbringen für unsere Stadt, und mit Blick auf unsere Gäste auch für Ihre Heimatkommunen, in jedem Fall aber auch für unser Land insgesamt.
Sie alle, die Sie mit Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern, Kameradinnen und Kameraden, in unterschiedlichen Facetten und Lebensbereichen für andere wirken, u. a. in den über 180 Vereinen und Verbänden, Initiativen und Selbsthilfegruppen, Kirchengemeinden und Blaulichtfunktionen vor Ort, und darüber hinaus, haben sich zum Ziel gesetzt:
sich uneigennützig, mit Freude und Leidenschaft für andere einzubringen, regelmäßige Angebote zu machen und neue zu schaffen, Dienstleister zu sein, gerade auch im sozialen Bereich sowie bedarfsgerecht und professionell Hilfe zu leisten, wenn es darauf ankommt.
Das alles zeichnet Sie aus, ebenso die Tatsache, dafür Sorge zu tragen, dass niemand in unserer Gesellschaft auf sich alleine gestellt bleiben muss und sich jeder von uns aufgrund Ihrer Angebote seinen Interessen und Vorlieben entsprechend einbringen und Ihnen gleich tun kann. Dafür sage ich Ihnen und allen Ehrenamtlichen von ganzem Herzen Dank und Anerkennung.
Und aus gegebenem Anlass, der zwar schon einige Monate zurückliegt, nämlich der verheerende Sturm am 18. August des letzten Jahres, der in hohem Maße unsere Stadt, aber auch weitere Gemeinden in unserem Landkreis sowie auf der hessischen Seite heimgesucht und binnen nur weniger Minuten massive Zerstörungen und Schäden in Millionenhöhe herbeigeführt hat, möchte ich heute auch all denen öffentlich Dank und Anerkennung aussprechen, die als ehrenamtliche Blaulichter Großartiges und gefühlt teilweise auch Übermenschliches geleistet haben:
Namentlich unsere Feuerwehren, das Rote Kreuz, die Malteser, und das THW. Sie, Ihr alle habt uns hier vor Ort geholfen, und dabei wie immer Hand in Hand zusammengearbeitet und auf unglaubliche Weise über zum Teil fast 12 Stunden am Stück einen erneut hoch professionellen, einen hoch motivierten und mehr als engagierten Einsatz erbracht.
Sie, Ihr, das waren über 350 Einsatzkräfte aus 20 Wehren aus Alzenau, unserem Landkreis, dem Kreis Main-Kinzig und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Im Einzelnen werde ich Sie alle nachher noch namentlich benennen. Das waren im Weiteren das Rote Kreuz mit zahlreichen Bereitschaften, die Malteser aus Aschaffenburg sowie das dortige und unser örtliches THW.
Insgesamt sind vermerkt 342 Einsätze, davon allein 242 in der Kernstadt und 120 in den Stadtteilen. Allein vor diesen Zahlen, aber vor allem vor der dahinterstehenden Leistung einer jeden und eines jeden einzelnen Beteiligten, uns viele von Ihnen sind heute mit dabei, habe ich allergrößten Respekt.
Das, was ich an diesem Tag bis in die frühen Morgenstunden selbst miterlebt und aus der Bürgerschaft geschildert bekommen habe, war auf besondere Weise beispielgebend und vorbildlich und hat mir erneut gezeigt, wie glücklich und dankbar wir hier vor Ort und als Gesellschaft insgesamt sein dürfen und auch immer wieder müssen, für alle Frauen und Männer, die Sie sich in unseren Rettungs- und Hilfsdiensten tagtäglich den damit verbundenen tatsächlichen und möglichen Herausforderungen stellen.
Und schließlich wurde erneut deutlich wie unverzichtbar eine Top-Ausstattung unserer Einsatzkräfte bleibt, vor allem auch zu ihrem Eigenschutz, und wie hoch auch weiterhin damit verbunden die Verantwortung der Kommunen und der Politik insgesamt gegenüber unseren Blaulichtern ist.
Ich bin mir dessen bewusst, unzählige andere auch, anderen ist es erst infolge des Sturms ob eigener Betroffenheit aufgefallen, wie mir ein junger Mann aus Alzenau, dem die Feuerwehr Hilfe geleistet hat, selbstkritisch zugetragen hat.
In meine anerkennenden Worte schließe ich ausdrücklich mit ein auch alle unsere beruflichen Blaulichter, namentlich im Besonderen unsere Polizei, die ebenfalls stets Hervorragendes leistet, und dies erneut auch am 18. und 19. August an den Tag gelegt hat - und die sie, und wir in Alzenau haben das Privileg, die Polizei direkt vor Ort zu haben, immer wieder unsere volle Rückendeckung für ihre Arbeit nicht nur verdient, sondern gerade auch aus den Reihen der Politik im Kleinen vor Ort wie im Großen darüber hinaus erhalten muss, was an sich selbstverständlich sein sollte.
Es aber leider nicht ist. So ärgere ich mich regelmäßig maßlos darüber, wenn vor allem auch bei großen und schweren Einsätzen in der Nachschau fast schon reflexartig aus manchen Richtungen zunächst die Polizei und ihr Handeln in Frage gestellt wird, statt sich zunächst schützend vor unsere Beamtinnen und Beamten zu stellen, die schließlich jeden Tag für uns alle den Kopf hinhalten und sich damit nicht selten besonderen Gefahren auch und gerade für Leib und Leben aussetzen.
Das gilt überdies gleichermaßen für unsere Soldatinnen und Soldaten, die an anderer Stelle für uns den Kopf hinhalten und auch auf diese Weise für Lebensqualität für uns sorgen, in dem sie Frieden schaffen und sicherstellen und sich immer wieder bei öffentlichen Gelöbnissen und Berufsmessen Anfeindungen und Schmähungen ausgesetzt sehen.
Das ist aus meiner Sicht eine Schande, ebenso die mehr als erschreckende Zunahme an bis noch vor wenigen Jahren nicht nur tatsächlich, sondern auch in der aktuellen Dimension unfassbaren – immer wieder auch tätlichen - Übergriffen auf unsere Polizei, unsere Feuerwehren und Rettungsdienste, dann, wenn Sie zum Einsatz kommen, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Das ist Ausdruck einer zum Teil mehr und mehr verrohenden Gesellschaft, gegen deren Akteure wir uns mit allen Mitteln des Rechtsstaats weiter zu Wehr setzen müssen und die für ihr Handeln auch umfassend bestraft und damit auch umfassend wie nachdrücklich zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Derartiges Verhalten hat jedenfalls bei uns keinen Platz.
Umso mehr müssen wir alle hiergegen immer wieder klar und deutlich aufbegehren und uns an die Seite der Guten stellen wie es auch Bundespräsident Steinmeier erst vor Kurzem anlässlich seines Empfangs für das Ehrenamt, zu dem im Übrigen auch Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte gehören, gefordert hat.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie alle, und alle, die Ihnen gleich tun, haben ihren festen Platz bei uns und spiegeln das Gegenteil von dem wider, was ich eben ausgeführt habe.
Sie sind echte Vorbilder in und für unsere Gesellschaft. Sie sind auf Ihre Art und Weise Helden im Alltag, und besondere Menschen mit einer besonderen Persönlichkeit. Ihnen zu Ehren habe ich daher heute die Amtskette angelegt und möchte damit zugleich unterstreichen die Einmaligkeit und Besonderheit, aber auch die Unverzichtbarkeit ihres jeweiligen Engagements.
Erst vorgestern hat es der Bezirksbürgermeister von Köln-Porz, Henk van Benthem, bei seinem Grußwort auf der Faschingsbühne in Unterafferbach sehr zutreffend formuliert: „Ohne Ehrenamt wäre unser Land nichts wert!“.
Und in der Tat, ohne Ehrenamt, das sie alle leben und vorleben – wie die weiteren insgesamt über 5,2 Mio. Menschen über 14 Jahren, die sich allein in Bayern ehrenamtlich engagieren, deutschlandweit sollen es rund 31 Mio. sein, wäre unser Land in unzähligen Bereichen und Facetten des Lebens, die Sie alle auf unterschiedliche Weise mitgestalten und prägen, um ein Vielfaches, ja Maßgebliches ärmer.
Ärmer nicht nur an Angeboten zum Mitmachen und zur Gewährung von Hilfe, sondern ärmer vor allem an Menschlichkeit und Wärme, die gerade das soziale Ehrenamt in besonderem Maße mit sich bringt.
Umso mehr ist es mir eine große Freude und Auszeichnung, Sie alle bei uns begrüßen zu dürfen so wie Sie alle eine große Freude und Auszeichnung sind für unsere Stadt und unsere Gesellschaft, in die auch Sie sich alle regelmäßig auf vorbildliche Weise einbringen beziehungsweise auf großartige Weise die Beseitigung der Sturmschäden - zum Teil bis in die frühen Morgenstunden – übernommen haben.
Und mein Dankeschön an Sie alle, das ich Ihnen auch im Namen aller Geschädigten, und damit aller Profiteure von Ihrem Engagement überbringe, möchte ich gleichermaßen weitergeben an alle, die sich seitens unserer Bürgerschaft vielfach um die Einsatzkräfte gekümmert haben, wie es mir verschiedentlich von ihnen zugetragen worden ist.
Auch das ist Alzenau, auch das ist ein Beleg für das unsere Stadt und die Region insgesamt auszeichnende gute Miteinander.
Ein gutes Miteinander, für das in erster Linie Sie alle, liebe Ehrenamtliche und Blaulichter, stehen und verantwortlich sind, Sie und all Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter.
Sie alle sind Garant für Lebensqualität, denn sie füllen nicht nur den Rahmen aus, den die Politik oftmals nur geben kann, sondern v. a. die Lücken, die die Politik nicht zu schließen vermag und sorgen auf diese Weise maßgeblich mit für die hohe Attraktivität unserer Städte und Gemeinden.
Im Blaulicht-Ehrenamt wird das allein daran deutlich, dass wir dank Ihres großen Engagements Tag und Nacht nach dem Motto 24/7, also an 24 Stunden, 7 Tage die Woche, ruhig und sicher schlafen können und das in diesem Jahr sogar noch einen Tag mehr, nämlich an 366 Tagen.
Und mit all den Festen, die viele von Ihnen regelmäßig veranstalten, bewahren Sie uns nicht nur Brauchtum, Traditionen und Kultur, sondern sorgen immer wieder für gesellschaftliche Treffpunkte, und damit wiederum für Möglichkeiten zum geselligen Beisammensein.
Zusammenkünfte, die gerade in einer immer schnelleren und digitalen Welt aus meiner Sicht mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, um vielfach überhaupt noch miteinander ins Gespräch kommen zu können und das eben nicht etwa von Handy zu Handy, via SMS oder WhatsApp, sondern von Angesicht zu Angesicht.
Damit erhalten wir uns auch eines: die Fähigkeit miteinander zu reden, zu diskutieren und in der Sache miteinander um die besten Argumente zu ringen, somit positiv miteinander zu streiten. Eigenschaften, die für eine lebendige Demokratie unverzichtbar sind.
Umso mehr müssen wir und damit wir als Städte und Gemeinden alle, die uns mit ihren Veranstaltungen erfreuen, und damit immer auch diese unverzichtbaren Gesprächsplattformen bieten, nach Kräften unterstützen und gerade mit Blick auf die vielen Auflagen jedenfalls von denen befreien, die uns als Behörden Spielraum zum Handeln geben.
Stichwort Feste: hierzu wusste der Grieche Demokrit bereits seinerzeit zutreffend festzustellen „ein Leben ohne Feste, ist wie eine Reise ohne Gasthaus“. Und ein Gasthaus ohne Speis und Trank wäre wie ein Jahr ohne ein einziges Fest, und eine Gesellschaft ohne Ehrenamt.
Sie alle, liebe Ehrenamtliche, ob leises oder lautes Ehrenamt, ob also bei Besuchsdiensten oder als Bankpaten unterwegs oder in Musik und Feuerwehr engagiert, um nur jeweils zwei Beispiele für ein entsprechendes Ehrenamt zu geben, bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und sind selbst eine echte Bereicherung für ihre Mitmenschen.
Und damit immer auch Garant dafür, dass unsere Gesellschaft menschlich bleibt und nicht einzelne Egoismen und individuelle Unzufriedenheit schleichend Überhand nehmen.
Sie alle sorgen mit ihrem Engagement dafür, dass wir alle in einem guten Miteinander leben und jeden Tag die von Ihnen maßgeblich mitgestaltete hohe Lebensqualität genießen dürfen, die die Politik so niemals leisten könnte und wenn sie noch so viel Geld dafür in die Hand nehmen würde.
Denn Ehrenamt ist nicht bezahlbar, schon gar nicht in Geld messbar. Jegliches Ehrenamt ist unbezahlbar wie vor allem auch all das, was im Bereich der Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche geleistet wird. Hier werden mit Grundsteine gelegt für ein erfolgreiches und verantwortungsbewusstes Leben.
Und Ehrenamt wird immer auch aus Überzeugung geleistet. Ehrenamt ist eine Sache, die zunächst im Herzen und im Kopf stattfindet, und sich erst durch Ihr konkretes Handeln nach außen kehrt.
Warum engagieren sich Menschen überhaupt ehrenamtlich? „Ehrenamt ist Leidenschaft für eine gute Sache“ oder „Man fragt nicht nach dem Sinn des Lebens, wenn man zufrieden ist“ wurde als Antwort auf diese Frage gegeben. „Ich will durch mein Engagement die Gesellschaft zumindest im Kleinen mitgestalten“ oder „Ich will durch mein Engagement vor allem mit anderen Menschen zusammenkommen.“, so eine Studie des Bundesinnenministeriums. Eine andere Quelle geht davon aus, dass sich rund 80 % der Ehrenamtlichen engagieren, Zitat: „weil es ihnen Spaß bringt“.
Mit ehrenamtlichen Engagement sind aber auch Erwartungen verbunden an die freiwillige Tätigkeit, um nur drei der als – Zitat: „außerordentlich wichtig“ eingestuften zu nennen: 1. „Dass die Tätigkeit Spaß macht“, 2. „Dass man damit anderen Menschen helfen kann“ und 3. „Dass man etwas für das Gemeinwohl tun kann“. Zuletzt und damit auf Platz 9 und 10 genannt wurden: „Dass man für die Tätigkeit auch Anerkennung findet“ und „Dass man eigene Interessen vertreten kann“.
Und daran, dass der Wunsch nach Anerkennung nahezu auf dem letzten Platz landet, wird sehr deutlich, dass diejenigen, die sich für andere einsetzen, nicht unterwegs sind, weil sie nach Anerkennung und Ehre streben, sondern weil sie einer inneren Überzeugung folgen, indem sie Freude haben am Mitgestalten unserer Gesellschaft, weil sie z. B. den schlichten Wunsch haben, Zitat: „Gutes tun zu wollen!“, so die Aussage eines der Befragten.
Die Mehrheit aller Ehrenamtlichen, das sind rund 25 %, engagiert sich für Kinder und Jugendliche. Inhaltlich engagieren sich die meisten in den Bereichen Sport, Freizeit, Kultur, Musik und Soziales.
Mit 49 % sind mehr Männer als Frauen aktiv, was verehrte Damen, Ihren Einsatz nur noch wertvoller macht. „Männer engagieren sich vor allem im Sport, im Unfall- und Rettungsdienst sowie in der Politik, in Gewerkschaften oder Berufsverbänden. Frauen bringen sich hingegen stärker im Gesundheits- und Sozialwesen, in Schulen und Kindergärten sowie in Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften ein.“
Sie alle sind unabhängig ihres jeweiligen Wirkungskreises immer auch Garant für das Leben gemeinsamer Überzeugungen und Werte wie Solidarität und Hilfsbereitschaft, von Respekt und Wertschätzung, die nicht selten und in Bezug auf bestimmte Berufs- und Personengruppen zu kurz kommt, Stichwort Pflege und Handwerk.
Und unsere Blaulichter sind zudem in besonderem Maße Vorbild dafür, was es heißt immer auch Kameradschaft, Gemeinsinn und Selbstlosigkeit zu Gunsten anderer zu leben.
Ohne das Ehrenamt, das derzeit in einem Lebensbereich sozusagen die Hochphase seiner jährlichen Aktivität erlebt, nämlich im Fasching, würde, und davon bin ich überzeugt, Gesellschaft nicht funktionieren, ein friedliches und soziales Miteinander quasi nicht existieren.
Umso mehr verdienen Sie alle umfassend Dank, Anerkennung und Wertschätzung, den Ihnen Ihre Heimatstadt und die Stadt, deren Bevölkerung Sie während des Sturmes unverzichtbare Dienste geleistet haben, mit dem heutigen Ehrenamts- und Helferempfang zum Ausdruck bringen möchte.
Sie alle sind wie ich es immer sehr gerne und das dabei stets in einem sehr wertschätzenden Sinne, zu sagen pflege „positiv verrückte Menschen“!
„Positiv“, weil Sie für andere da sind und Gutes tun. „Verrückt“, weil sie sich mit jedem Ehrenamt zeitlich binden und mit Blick auf ihre Familien, Freunde und Freizeit vorsätzlich und immer wieder – Sie sind sozusagen charmante und zugleich unverzichtbare Widerholungstäter – einschränken und mit jedem Engagement freiwillig immer auch Kritik anderer an Ihrem Tun aussetzen.
Unsere Stadt, ich, wir alle sind froh, glücklich und dankbar, dass es Sie gibt! Darauf werden sogleich erneut unsere Trommler aufmerksam machen, die noch einmal lautstark aufspielen werden, um auch lautstark auf Ihr hervorragendes Engagement aufmerksam zu machen, dass nach wie vor vielen und vielfach selbstverständlich erscheint. Es aber eines gerade nicht ist: selbstverständlich. Unverzichtbar ist es in jedem Fall.
Zum anderen soll das Trommeln immer auch ein Trommeln sein für den Nachwuchs, ohne den kein Ehrenamt auskommt, schon gar nicht das unserer Blaulichter. Nachwuchs ist überall im Ehrenamt erforderlich, um diese einzigartige Art und Weise, für andere Verantwortung zu übernehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu tragen und seinen Fortbestand zu sichern. Allein der Nachwuchs bietet die Gewähr für den Erhalt unseres guten Miteinanders und der hohen Lebensqualität bei uns.
Bundespräsident Joachim Gauck hat über Ehrenamtliche einmal gesagt: Sie alle bilden mit ihrem – Zitat - „außergewöhnlichen Engagement“ das – Zitat: „Netzwerk der Guten, das unser Land durchzieht.“
Sie, als Ehrenamtliche hier vor Ort und darüber hinaus, sind ebenfalls Teil dieses Netzwerkes und zählen zu den Menschen, die unser Land und damit auch unsere Kommunen als deren Fundament, Zitat Bundespräsident Gauck: „freundlicher, fürsorglicher, auch wachsamer, wärmer, lebendiger und leistungsfähiger machen“.
Viele von Ihnen haben kein Amt, keine neue Aufgabe abgelehnt, und damit sicher stets Jubelstürme und massenhaft Applaus zu Hause erhalten. In jedem Fall gebührt auch Ihren Familien, Kindern, Ehepartnern und Lebensgefährten, die selbst vielfach ehrenamtlich tätig sind, unser umfassender Dank, vor allem für die Entbehrungen, die damit verbunden sind.
Und Danke sagen möchte ich heute auch allen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die gerade im Blaulichtdienst ihren für uns alle so unerlässlichen Dienst unterstützen.
Unsere Aufgabe ist und bleibt es, das Ehrenamt weiterhin nach Kräften und mit ganzer Leidenschaft zu unterstützen. Mit geeigneten Räumlichkeiten, in Form finanzieller Unterstützung, gerade auch der Jugendarbeit, und eben auch in Form von Anerkennung und Wertschätzung, Stichwort hier u.a. Ehrenamts- und Blaulichtempfang, den ich seinerzeit aus gutem und genau diesem Grund eingeführt habe, eben auch um besonderem Engagement auf besondere Weise danke zu sangen.
Von Hermann Gmeiner, dem Gründer der SOS-Kinderdörfer stammt der Spruch: „Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss“.
Liebe Ehrenamtliche, Sie alle sind ein solcher jemand und darüber hinaus ein echter Glücksfall für uns alle. Sie spiegeln die positive Vielfalt unseres Landes wieder. Sie sind der Schatz unserer Gesellschaft, den wir uns für die Zukunft bewahren müssen.
Bewahren Sie sich Ihre Freude am Ehrenamt und stecken Sie andere damit an. Das wünsche ich Ihnen und mir von ganzem Herzen sowie weiterhin stets engagierten Nachwuchs und Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die Sie bei Ihrer wertvollen Arbeit unterstützen und Ihr großartiges Engagement in die Zukunft tragen.
Mit Blick auf die Zukunft, im Besonderen mit Blick auf dieses Jahr wünsche ich Ihnen und all Ihren Familien ein stets glückliches und vor allem gesundes neues Jahr, das uns allen immer auch Zufriedenheit und Sonnenschein bescheren und vor allem unsere Blaulichter möglichst vor Einsätzen verschonen möge und uns allen immer auch ausreichend Zeit bleiben möge für guten Humor und ausgiebiges Lachen.
Denn „Lachen“, so Aristoteles, „ist eine körperliche Übung, von größtem Wert für die Gesundheit“und die wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen und darf schließen mit einem Hinweis an Sie alle, formuliert von Charles Dickens:
„Selig sind jene, die über sich selbst lachen können, denn sie werden immer genug Unterhaltung haben“. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen nunmehrgute Unterhaltung bei dem nun anstehenden Dankeschön an Sie, das uns allen ein paar unbeschwerte Momente bescheren möge.
Und Ihnen möge mit Blick auf heute und vor allem darüber hinaus stets die Wertschätzung, die Anerkennung und der Respekt entgegen gebracht werden, der Ihnen allen für Ihr unermüdliches Engagement gebührt. Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.
In diese Sinne wünsche ich Ihnen allen weiterhin alles Gute, bleiben Sie alle gesund, und Sie, liebe Blaulichter: bleiben Sie überdies bei Ihre Einsätzen stets vor Angriffen, aber auch vor Unfällen verschont, kommen Sie heil zum Einsatz hin und von dort immer wieder auch unbeschadet zu Ihren Lieben zurück, schlicht: geben Sie auf sich Acht.
Für Sie alle gilt: Schön, dass Sie da sind, danke, dass es Sie gibt und noch einmal Herzlich willkommen!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
