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1. Januar 2024
Neujahrsempfang der Stadt Alzenau, Neujahrsansprache des Ersten Bürgermeisters, Stephan Noll

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Prosit Neujahr! Im Namen des Stadtrates, der Verwaltung, der Stadtwerke und aller Beschäftigten in den vielen Einrichtungen der Stadt Alzenau wünsche ich Ihnen und Ihren Liebsten von Herzen ein gutes, neues Jahr 2024, verbunden mit den besten Wünschen, insbesondere natürlich Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. 

Als Bürgermeister unserer liebenswerten Stadt freut es mich, Sie und Euch alle ganz herzlich beim Neujahrsempfang der Stadt Alzenau – bei der ersten Begegnung im neuen Jahr – willkommen zu heißen. Schön, dass so viele wieder der Einladung gefolgt sind!

Sie alle sind mir herzlich willkommen, und das meine ich ganz ehrlich: Ob Klein oder Groß, ob Jung oder Alt, ob neu oder schon ewig hier, ob Einheimischer oder Gast. Ich sage immer, ich will Bürgermeister für alle sein und unser Neujahrsempfang soll ebenfalls für alle sein. Ein Empfang von uns für uns. Unsere Stadtgesellschaft ist weltoffen, vielfältig und bunt und umso schöner ist es, wenn wir diese Vielfalt gleich am ersten Tag des Jahres auch spüren und erleben können. 

Selbstverständlich gehören zu solch einem Empfang auch viele Ehrengäste und es freut mich, dass so viele von Ihnen dieser Einladung gefolgt sind.

Schön, dass Ihr und Sie alle da seid!

Was war das wieder für ein Jahr. Ein Jahr mit vielen tollen Momenten, Emotionen, Herausforderungen, Highlights und Lowlights. Ein Jahr, das so facetten- und abwechslungsreich war, wie unsere Stadt Alzenau.

Trotz aller Herausforderungen und Diskussionen bin ich stolz, in einer Stadt Bürgermeister sein zu dürfen, die zusammenhält, die Solidarität zeigt und die immer wieder unsere Gemeinschaft in den Vordergrund rückt. 

Bei meinen Trauungen zitiere ich gerne einen sehr oft gewählten Spruch auf Einladungskarten:

„Liebe bedeutet nicht Händchen zu halten, 
wenn alles in Ordnung ist, 
sondern selbst dann nicht loszulassen, 
wenn es schwierig wird.“

Und dieser Satz lässt sich auf viele Alzenauerinnen und Alzenauer und deren Engagement ummünzen, die sich im Alltag für Andere einsetzen, ihnen Halt und Unterstützung geben und somit Gemeinschaft zeigen. Sie sind Quelle der Kraft und Freude von Vielen und zeichnen unsere Stadt in ihrer Lebens- und Liebenswürdigkeit aus.

Aus diesem Grund möchte ich meinen herzlichen Dank an all die Bürgerinnen und Bürger aussprechen, die sich in den verschiedensten Formen im vergangenen Jahr engagiert haben. Sei es in der Nachbarschaftshilfe, im Ehrenamt, bei den Blaulichtorganisationen, in Selbsthilfegruppen, Vereinen, Verbänden und Organisationen oder einfach durch die Solidarität im Alltag – ihr Einsatz macht Alzenau zu dem, was es ist: eine lebendige, vielfältige und lebenswerte Stadt!

Solidarität war, ist und bleibt in diesen Tagen jedoch auch wichtig für die Menschen in der Ukraine, die Menschen in Israel und auf der ganzen Welt. Unsere Freunde in Kamjanka-Buska in der Ukraine haben wir im Februar mit einem Hilfstransport unterstützt, als wir mit einer vierköpfigen Delegation an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren sind. Aus den knapp 60.000 Euro Spendengeldern, die in Alzenau gesammelt wurden, haben wir unter anderem einen Schulbus, Stromaggregate, Winterjacken, Medizin und weitere Hilfsgüter überbringen können. 

An dieser Stelle Danke allen Spendern, insbesondere den Grundschülerinnen und Grundschülern sowie den Kindergartenkindern, die sich wunderbare Aktionen ausgedacht haben, um anderen Kindern zu helfen.

Wie Sie alle wissen, lebt unsere Stadt eine starke Erinnerungskultur, bekennt sich zu jüdischem Leben und seiner historischen Verantwortung und pflegt viele Kontakte zu Jüdinnen und Juden sowie Nachfahren im In- und Ausland. Dabei kommt es immer wieder zu sehr persönlichen und emotionalen Begegnungen und Ereignissen, aber natürlich auch zu Verbindungen und Freundschaften. Daher schmerzt und erschüttert uns der Krieg in Israel sehr und wir zeigen uns solidarisch mit den Menschen vor Ort und sind mit den Herzen bei ihnen.

Erst kürzlich hat der Heimat- und Geschichtsverein zwei Bücher über Auswanderer von Alzenau unter dem Titel „Und es blieb ihnen nur ein Koffer“ herausgebracht, in denen eindrucksvoll und nahbar die Lebens- und Fluchtgeschichten ehemaliger Alzenauer als auch flüchtender Juden beschrieben wird. Es lohnt sich, darin zu blättern und zu lesen. Auch die Bücher sind Zeugen einer aktiven Erinnerungskultur.

Wenn man sich vorstellt, dass sich auch heute noch Menschen nur mit dem Nötigsten auf den Weg machen müssen, um unter anderem in unserer Stadt Zuflucht und Schutz zu finden, denke ich an ein Friedenslied von Frederik Vahle, welches nicht nur ich gerne in der Kindheit und im Kinderchor gesungen habe, sondern auch heute noch stark verbreitet ist. Der Text des Liedes lautet: 

„Frieden auf der ganze Welt,
und kein Land, das dabei fehlt.
Frieden auf der ganzen Welt und keine Land, das
dabei fehlt. Das soll unsere Hoffnung sein.“

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt, doch die Statistik und Zahlen deuten leider in eine andere Richtung. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung verzeichnete im vergangen Jahr 21 stark gewalttätige, laufende Kriege und zusätzlich 21 kurzfristige Kriege. Hinzu kamen 174 Krisen. Eine erschreckende Zahl in einer scheinbar befriedeten, Grenzen überwindenden Welt.

All diese Kriege und Konflikte verursachen Sorge, Leid, Trauer und Schmerz anstatt Spaß, Freude, Heiterkeit, Harmonie, Glück und Zuversicht, in der wir leben möchten.

Ein friedlicher Umgang miteinander ist keine Selbstverständlichkeit mehr und beginnt auch im Kleinen bei uns mit harten Worten, mit Ressentiments, mit der Eingrenzung der Offenheit für Andere und Neues.

Umso mehr sind wir alle gefordert, jeder Einzelne von uns, aus dem Kleinen heraus Großes zu bewirken. 

Und dass wir den Satz des früheren Bundespräsidenten Richard Karl Freiherr von Weizsäcker auf der Einladungskarte zum heutigen Empfang nicht nur verinnerlicht haben, sondern auch mit Überzeugung und Engagement in die Zukunft tragen möchten.  

„Frieden unter Völkern kann nur gedeihen, 
wenn wir auch im eigenen Volk friedlich 
miteinander umgehen lernen.“

Als Zeichen des Friedens, haben wir neben der Bühne eine Friedenskerze aufgestellt und entzündet.

Doch ich will es nicht bei diesem Symbol lassen, sondern ich möchte am ersten Tag des neuen Jahres dazu aufrufen, uns dabei zu unterstützen, die Vielfalt der Stadtgesellschaft in diesem Jahr noch mehr in den Fokus unseres Handels zu rücken. 

Wir müssen uns ganz klar gegen jegliche Form von Rassismus, Terrorismus und Antisemitismus stark machen und Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass aktiv entgegenwirken. Denn dafür darf es keinen Platz geben in unserer Stadt. 

Demokratie lebt von geübter und gelebter „Demokratie vor Ort“, von Menschen, die nach dem Grundgesetz handeln und für die Freiheit, Würde und Frieden Basis ihres Handels sind. Diese Regeln im Alltag zu verwirklichen, ist eine gemeinsame Sache!

Und wir können das, denn wir sind Herr unseres Handels und können täglich für ein demokratisches und respektvolles Miteinander eintreten.

Anlässlich des Jubiläums „75 Jahre Grundgesetz“, das wir am 23. Mai dieses Jahres feiern werden, haben unsere Ehrenbürgerin Irene Treffert, die Stadträtin Anni Christ-Dahm und ich damit begonnen, eine parteiübergreifende und offene Bürgerinitiative für Alzenau ins Leben zu rufen, die sich dieses Jahr besonders für die Grundwerte und Verfassung mit Aktionen und Veranstaltungen einsetzen möchte und sich gegen jegliches verfassungsfeindliches Verhalten in Wort und Tat stark machen will. Wir kämpfen für das Vertrauen in unsere Demokratie. Wir dürfen die Sorgen der Menschen nicht ignorieren und sie damit radikalen Kräften überlassen. Machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Initiative, damit wir die Vielfalt in Alzenau nicht nur erleben, sondern leben!

Denn was mir das letzte Jahr erneut gezeigt hat, ist, dass wir in Alzenau gemeinsam Vieles schaffen können und sich daraus viel Gutes ergeben hat.

So war das Jahr 2023 sehr inklusiv. Durch unsere Host Town Zeit im Juni für die 80 Athletinnen und Athleten mit geistigen und mehrfachen Behinderungen aus Paraguay, die in Berlin bei den Special Olympics nicht nur hervorragend ihr Land vertreten haben, sondern auch sehr erfolgreich waren, haben wir im Juni sehr viel Spaß und Freude gehabt. Wir haben das Netzwerk Inklusion noch weitergesponnen, uns vernetzt und nachhaltig unsere Stadt inklusiver gemacht. Dazu passen auch investive Maßnahmen wie der Aufzug im Michelbacher Schlösschen und ein neues inklusives Spielgerät im Energiepark als auch der sehr gut besuchte Inklusionsspaziergang mit anschließender Inklusionswerkstatt im Kulturforum. 

2023 war auch ein sehr nachhaltiges und innovatives Jahr. So hat der Stadtrat das fortgeschriebene Klimaschutzkonzept beschlossen, es wurde eine Bio-CNG Tankstelle eingeweiht, wir haben den Förderbescheid für eine Wasserstoff-Tankstelle erhalten, sind mit dem Abschluss eines MoU stark dabei, als eine der ersten Regionen Deutschlands mit den kommunalen Energieversorgern am Wasserstoff-Kernnetz schon ab 2028 anschließen zu können. Ganz besonders freue ich mich über die Etablierung des Technologie- und Transferzentrums für nachhaltige Energien hier in Alzenau – unser Denkzentrum für die nachhaltige, zukunftsgerichtete und innovative Entwicklung von Technologien und Lösungen „Made in Alzenau“. Ich erhoffe mir, dass die Unternehmen aus Alzenau und der Region zusammen mit der TH Aschaffenburg und dem TTZ Großes erreichen werden und wir mit all diesen Projekten und Planungen so die wirtschaftliche Weiterentwicklung Alzenaus erfolgreich weiterführen, die unsere Stadt generell zukunftsfest machen wird.

Zukunftsfest machen uns auch die vielen laufenden Investitionen und Maßnahmen in die Infrastruktur und das Vermögen der Stadt Alzenau, die der Stadtrat zusammen mit der Verwaltung im abgeschlossenen Jahr auf den Weg gebracht hat und die auch in diesem Jahr viele finanzielle auch zeitliche Ressourcen in Anspruch nehmen werden. Sei es der Neubau der Kita Sonnenland in Wasserlos, der Neubau des Faulturms in der Kläranlage, der Erweiterungsbau der Feuerwehr Michelbach-Kälberau, die Sanierungen der Gunkelsrainstraße, der Bahnhofstraße, der Alzenauer Straße und der Kälberauer Straße, der Erweiterungsbau der Grundschule Michelbach – all das sind nur die größten, laufenden Millionen-Projekte von insgesamt knapp 25 Millionen Euro, in die die Stadt baulich investiert. Hinzu kommen noch viele kleinere Maßnahmen, wie die Aufforstung des Waldes, Planungen für Hochwasserschutzmaßnahmen, LED-Umrüstung, als auch die Fortführung der Digitalisierung im Rathaus, Umsetzung einer neuen Homepage mit entsprechendem einheitlichem Auftritt der Stadt. Wir sind auch weiterhin täglich für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und ihre Gäste im Einsatz, getreu dem Leitgedanken: Wir sichern die Lebensqualität von Alzenau schon heute für die Generation von übermorgen!

Ich bin daher dankbar, dass der Stadtrat dieses Geld für die Zukunft der Stadt zur Verfügung stellt und sich auch um die finanzielle Verantwortung bewusst ist. Daher ist es nur richtig und wichtig, dass wir zurzeit intensivste Haushaltsberatungen und strukturelle Diskussionen führen. Durch steigende, sprunghafte Ausgaben im Bereich Personal verursacht durch den hohen Tarifabschluss sowie der Kreisumlage wegen der erhöhten Steuerkraft konnte zwar durch Kostenreduzierungen bei anderen Ausgaben zum Teil die Millionen-Lücke im laufenden Haushalt geschlossen werden, aber auf der Einnahmenseite werden neben Gebührenerhöhungen wohl auch Steuererhöhungen nicht vermeidbar sein, um den Haushalt auszugleichen. 

Die Bürgerinnen und Bürger als auch die Unternehmen dieser Stadt erwarten zu Recht, dass wir einen ausgewogenen Mix an Maßnahmen ergreifen, um niemanden über Gebühr zusätzlich zu belasten. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst!

Das Jahr 2023 hat aber auch wieder viel Anlass geboten, um zu feiern und zu gratulieren.

Vielen Dank allen Kuchenbäckern, Schnittchenschmierern, Sekt-Köpfern und Festgästen, die mich, den 2. und 3. Bürgermeister bei den 103 Ehejubiläen umsorgt und verköstigt haben. 

Im Namen der Stadt haben wir zu folgenden Jubiläen gratuliert:

50 Jahre: 58x
60 Jahre: 30x
65 Jahre: 14x
70 Jahre: 1x

Ein Ehepaar hat in den vergangenen Tagen sogar seinen 73. Hochzeitstag feiern dürfen!

143 Kinder und deren Familien durfte ich zur Geburt gratulieren und die besten Wünsche der Stadt und des Stadtrates postalisch übermitteln. Das sind die jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt.

Zu den ältesten Einwohnern gehören jeweils zwei Hörsteiner: Mit 98 Jahren kommt der älteste Einwohner Alzenaus aus Hörstein und mit 101 die älteste Einwohnerin aus Alzenau aus Hörstein. Aktuell sind 5 Personen über 100 Jahre alt und alles Frauen. Durchschnittlich ist eine Person in Alzenau 45,9 Jahre alt, wobei die Männer im Durchschnitt 44,5 Jahre sind und die Frauen 47,2 Jahre.

Zum 21. Dezember 2023 waren wir in Alzenau 18.947 Einwohner, davon 9.587 weiblich und 9.360 männlich.

Diese fast 19.000 Einwohnerinnen und Einwohner engagieren sich in der Freizeit vielfältig in den über 180 Vereinen in der Stadt, welche im neuen Jahr ebenfalls Jubiläen feiern dürfen:

10 Jahre Café Arbeit Alzenau 
25 Jahre unBehindert miteinander leben 
40 Jahre Freizeitsportverein Grasshoppers Alzenau 
40 Jahre Weinbauverein Weinregion Alzenau 
40 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kälberau
50 Jahre Verein für Natur- und Vogelschutz 
60 Jahre Gebietsverkehrswacht Alzenau/Kahlgrund
60 Jahre Wanderverein „Weinspechte“ Michelbach 
125 Jahre Gesangverein „Eintracht“ Wasserlos 1899 
125 Jahre Athleten-Vereinigung Alzenau 1899 

Da freuen wir uns schon heute auf viele Festveranstaltungen und Momente der Heiterkeit.

Apropos Heiterkeit. Mit diesem Thema möchte ich meine Ansprache abschließen. 

Bei einer sehr würdevollen und passenden Trauerfeier für unseren IHK-Ehrenpräsidenten Horst Michaels, der sich mit seinem Engagement sowohl bei den Fränkischen Musiktagen sehr um die Stadt Alzenau als auch durch seinen Beruf und ehrenamtliche Tätigkeiten viele Verdienste für die gesamte Region eingebracht hat und dem ich an dieser Stelle posthum meinen größten Dank aussprechen möchte, hat seine Tochter aus einem Buch von Axel Hacke zitiert. 

Der deutsche Journalist und Schriftsteller hat kürzlich ein neues Buch veröffentlicht mit dem Titel „Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte.“

Hier möchte ich ein paar Absätze aus seinem Essay zitieren:

Bevor es Missverständnisse gibt, sollte ich folgende Frage beantworten: Was meine ich, wenn ich von Heiterkeit rede? Und was meine ich nicht?

Ich meine nicht Lustigsein, Witze erzählen, Fröhlichkeit. Ich meine nicht mal Lachen oder alkoholisiertes Angeheitertsein. Gegen all das ist nichts einzuwenden. Aber es handelt sich um vorübergehende Stimmungen. Ich meine auch nicht: positives Denken, also die Negierung alles Üblen zugunsten der Behauptung, das Leben sei schön.

Die Heiterkeit, von der ich rede, ist etwas Dauerhafteres. Es handelt sich um eine grundsätzliche Sichtweise auf die Welt, auf uns selbst und andere, auf Leben und Tod. Es geht nicht um Verdrängung der Bedrohungen, denen wir uns gegenübersehen, sondern um die Frage, wie wir mit ihnen umgehen. Ob tiefer Ernst die einzig mögliche Sichtweise ist.

Was man daraus lernen kann, mag erst mal seltsam klingen, es ist aber sehr wichtig. Heiterkeit ist nämlich nicht leicht zu haben. Man muss sie sich erkämpfen, erarbeiten.

Heiterkeit setzt also eine Anstrengung voraus. Denn hier geht es nicht um einige Stunden am Tag, in denen man alles mal ein wenig anders sieht als sonst. Es geht um den ganzen Tag, die ganze Woche, den Monat, das Jahr, das Leben.

Ich spreche von der Heiterkeit als eine Grundhaltung. 

Mit diesem Wunsch zur Heiterkeit für das anstehende Jahr möchte ich mich bei Ihnen und Euch für Euer Kommen bedanken.

Vielen Dank insbesondere allen vor und hinter den Kulissen für das Gelingen dieses Empfangs. Vielen Dank für das 

Organisieren, Planen, Aufbauen, Dekorieren, Ausschenken und auch Abbauen für den heutigen Tag. 

Vielen Dank der Kolpingkapelle Alzenau für die musikalische Umrahmung des Empfangs. Allen Beteiligten ein Vergelt’s Gott und vielen Dank und unser Applaus.

Es gäbe noch so vieles zu berichten und zu erwähnen, aber ich möchte es dabei belassen. Mir ist es wichtig, dass wir nun zusammen diesen Neujahrstag begehen, uns austauschen und gegenseitig auf das neue Jahr mit viel Heiterkeit einstimmen.

Nutzen wir den heutigen Empfang für den Austausch, wie auch im kommenden Jahr viele Anlässe und Formate –  sei es in der Bürgersprechstunde, in Bürgerversammlungen, bei Vereinsgesprächen, bei Festen –  um in Kontakt zu treten, Anregungen zu teilen, Wünsche auszusprechen und zusammen für Alzenau zu arbeiten.

Ich wünsche uns allen ein besonderes Jahr 2024 verbunden mit den besten Wünschen für Sie alle und alle, die auch gerne heute hier gewesen wären. Grüßen Sie bitte diese auch ganz herzlich von mir und überbringen Sie den Gedanken des Friedens, der Gemeinschaft und der Heiterkeit.

Auf ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr 2024! 

Vielen Dank.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Prosit Neujahr! Im Namen des Stadtrates, der Verwaltung, der Stadtwerke und aller Beschäftigten in den vielen Einrichtungen der Stadt Alzenau wünsche ich Ihnen und Ihren Liebsten von Herzen ein gutes, neues Jahr 2024, verbunden mit den besten Wünschen, insbesondere natürlich Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. 
Als Bürgermeister unserer liebenswerten Stadt freut es mich, Sie und Euch alle ganz herzlich beim Neujahrsempfang der Stadt Alzenau – bei der ersten Begegnung im neuen Jahr – willkommen zu heißen. Schön, dass so viele wieder der Einladung gefolgt sind!
Sie alle sind mir herzlich willkommen, und das meine ich ganz ehrlich: Ob Klein oder Groß, ob Jung oder Alt, ob neu oder schon ewig hier, ob Einheimischer oder Gast. Ich sage immer, ich will Bürgermeister für alle sein und unser Neujahrsempfang soll ebenfalls für alle sein. Ein Empfang von uns für uns. Unsere Stadtgesellschaft ist weltoffen, vielfältig und bunt und umso schöner ist es, wenn wir diese Vielfalt gleich am ersten Tag des Jahres auch spüren und erleben können. 
Selbstverständlich gehören zu solch einem Empfang auch viele Ehrengäste und es freut mich, dass so viele von Ihnen dieser Einladung gefolgt sind.
Schön, dass Ihr und Sie alle da seid!
Was war das wieder für ein Jahr. Ein Jahr mit vielen tollen Momenten, Emotionen, Herausforderungen, Highlights und Lowlights. Ein Jahr, das so facetten- und abwechslungsreich war, wie unsere Stadt Alzenau.
Trotz aller Herausforderungen und Diskussionen bin ich stolz, in einer Stadt Bürgermeister sein zu dürfen, die zusammenhält, die Solidarität zeigt und die immer wieder unsere Gemeinschaft in den Vordergrund rückt. 
Bei meinen Trauungen zitiere ich gerne einen sehr oft gewählten Spruch auf Einladungskarten:„Liebe bedeutet nicht Händchen zu halten, wenn alles in Ordnung ist, sondern selbst dann nicht loszulassen, wenn es schwierig wird.“
Und dieser Satz lässt sich auf viele Alzenauerinnen und Alzenauer und deren Engagement ummünzen, die sich im Alltag für Andere einsetzen, ihnen Halt und Unterstützung geben und somit Gemeinschaft zeigen. Sie sind Quelle der Kraft und Freude von Vielen und zeichnen unsere Stadt in ihrer Lebens- und Liebenswürdigkeit aus.
Aus diesem Grund möchte ich meinen herzlichen Dank an all die Bürgerinnen und Bürger aussprechen, die sich in den verschiedensten Formen im vergangenen Jahr engagiert haben. Sei es in der Nachbarschaftshilfe, im Ehrenamt, bei den Blaulichtorganisationen, in Selbsthilfegruppen, Vereinen, Verbänden und Organisationen oder einfach durch die Solidarität im Alltag – ihr Einsatz macht Alzenau zu dem, was es ist: eine lebendige, vielfältige und lebenswerte Stadt!
Solidarität war, ist und bleibt in diesen Tagen jedoch auch wichtig für die Menschen in der Ukraine, die Menschen in Israel und auf der ganzen Welt. Unsere Freunde in Kamjanka-Buska in der Ukraine haben wir im Februar mit einem Hilfstransport unterstützt, als wir mit einer vierköpfigen Delegation an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren sind. Aus den knapp 60.000 Euro Spendengeldern, die in Alzenau gesammelt wurden, haben wir unter anderem einen Schulbus, Stromaggregate, Winterjacken, Medizin und weitere Hilfsgüter überbringen können. 
An dieser Stelle Danke allen Spendern, insbesondere den Grundschülerinnen und Grundschülern sowie den Kindergartenkindern, die sich wunderbare Aktionen ausgedacht haben, um anderen Kindern zu helfen.
Wie Sie alle wissen, lebt unsere Stadt eine starke Erinnerungskultur, bekennt sich zu jüdischem Leben und seiner historischen Verantwortung und pflegt viele Kontakte zu Jüdinnen und Juden sowie Nachfahren im In- und Ausland. Dabei kommt es immer wieder zu sehr persönlichen und emotionalen Begegnungen und Ereignissen, aber natürlich auch zu Verbindungen und Freundschaften. Daher schmerzt und erschüttert uns der Krieg in Israel sehr und wir zeigen uns solidarisch mit den Menschen vor Ort und sind mit den Herzen bei ihnen.
Erst kürzlich hat der Heimat- und Geschichtsverein zwei Bücher über Auswanderer von Alzenau unter dem Titel „Und es blieb ihnen nur ein Koffer“ herausgebracht, in denen eindrucksvoll und nahbar die Lebens- und Fluchtgeschichten ehemaliger Alzenauer als auch flüchtender Juden beschrieben wird. Es lohnt sich, darin zu blättern und zu lesen. Auch die Bücher sind Zeugen einer aktiven Erinnerungskultur.
Wenn man sich vorstellt, dass sich auch heute noch Menschen nur mit dem Nötigsten auf den Weg machen müssen, um unter anderem in unserer Stadt Zuflucht und Schutz zu finden, denke ich an ein Friedenslied von Frederik Vahle, welches nicht nur ich gerne in der Kindheit und im Kinderchor gesungen habe, sondern auch heute noch stark verbreitet ist. Der Text des Liedes lautet: 
„Frieden auf der ganze Welt,und kein Land, das dabei fehlt.Frieden auf der ganzen Welt und keine Land, dasdabei fehlt. Das soll unsere Hoffnung sein.“Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt, doch die Statistik und Zahlen deuten leider in eine andere Richtung. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung verzeichnete im vergangen Jahr 21 stark gewalttätige, laufende Kriege und zusätzlich 21 kurzfristige Kriege. Hinzu kamen 174 Krisen. Eine erschreckende Zahl in einer scheinbar befriedeten, Grenzen überwindenden Welt.
All diese Kriege und Konflikte verursachen Sorge, Leid, Trauer und Schmerz anstatt Spaß, Freude, Heiterkeit, Harmonie, Glück und Zuversicht, in der wir leben möchten.
Ein friedlicher Umgang miteinander ist keine Selbstverständlichkeit mehr und beginnt auch im Kleinen bei uns mit harten Worten, mit Ressentiments, mit der Eingrenzung der Offenheit für Andere und Neues.
Umso mehr sind wir alle gefordert, jeder Einzelne von uns, aus dem Kleinen heraus Großes zu bewirken. 
Und dass wir den Satz des früheren Bundespräsidenten Richard Karl Freiherr von Weizsäcker auf der Einladungskarte zum heutigen Empfang nicht nur verinnerlicht haben, sondern auch mit Überzeugung und Engagement in die Zukunft tragen möchten.  
„Frieden unter Völkern kann nur gedeihen, wenn wir auch im eigenen Volk friedlich miteinander umgehen lernen.“
Als Zeichen des Friedens, haben wir neben der Bühne eine Friedenskerze aufgestellt und entzündet. Doch ich will es nicht bei diesem Symbol lassen, sondern ich möchte am ersten Tag des neuen Jahres dazu aufrufen, uns dabei zu unterstützen, die Vielfalt der Stadtgesellschaft in diesem Jahr noch mehr in den Fokus unseres Handels zu rücken. 
Wir müssen uns ganz klar gegen jegliche Form von Rassismus, Terrorismus und Antisemitismus stark machen und Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass aktiv entgegenwirken. Denn dafür darf es keinen Platz geben in unserer Stadt. 
Demokratie lebt von geübter und gelebter „Demokratie vor Ort“, von Menschen, die nach dem Grundgesetz handeln und für die Freiheit, Würde und Frieden Basis ihres Handels sind. Diese Regeln im Alltag zu verwirklichen, ist eine gemeinsame Sache!
Und wir können das, denn wir sind Herr unseres Handels und können täglich für ein demokratisches und respektvolles Miteinander eintreten.
Anlässlich des Jubiläums „75 Jahre Grundgesetz“, das wir am 23. Mai dieses Jahres feiern werden, haben unsere Ehrenbürgerin Irene Treffert, die Stadträtin Anni Christ-Dahm und ich damit begonnen, eine parteiübergreifende und offene Bürgerinitiative für Alzenau ins Leben zu rufen, die sich dieses Jahr besonders für die Grundwerte und Verfassung mit Aktionen und Veranstaltungen einsetzen möchte und sich gegen jegliches verfassungsfeindliches Verhalten in Wort und Tat stark machen will. Wir kämpfen für das Vertrauen in unsere Demokratie. Wir dürfen die Sorgen der Menschen nicht ignorieren und sie damit radikalen Kräften überlassen. Machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Initiative, damit wir die Vielfalt in Alzenau nicht nur erleben, sondern leben!
Denn was mir das letzte Jahr erneut gezeigt hat, ist, dass wir in Alzenau gemeinsam Vieles schaffen können und sich daraus viel Gutes ergeben hat.
So war das Jahr 2023 sehr inklusiv. Durch unsere Host Town Zeit im Juni für die 80 Athletinnen und Athleten mit geistigen und mehrfachen Behinderungen aus Paraguay, die in Berlin bei den Special Olympics nicht nur hervorragend ihr Land vertreten haben, sondern auch sehr erfolgreich waren, haben wir im Juni sehr viel Spaß und Freude gehabt. Wir haben das Netzwerk Inklusion noch weitergesponnen, uns vernetzt und nachhaltig unsere Stadt inklusiver gemacht. Dazu passen auch investive Maßnahmen wie der Aufzug im Michelbacher Schlösschen und ein neues inklusives Spielgerät im Energiepark als auch der sehr gut besuchte Inklusionsspaziergang mit anschließender Inklusionswerkstatt im Kulturforum. 
2023 war auch ein sehr nachhaltiges und innovatives Jahr. So hat der Stadtrat das fortgeschriebene Klimaschutzkonzept beschlossen, es wurde eine Bio-CNG Tankstelle eingeweiht, wir haben den Förderbescheid für eine Wasserstoff-Tankstelle erhalten, sind mit dem Abschluss eines MoU stark dabei, als eine der ersten Regionen Deutschlands mit den kommunalen Energieversorgern am Wasserstoff-Kernnetz schon ab 2028 anschließen zu können. Ganz besonders freue ich mich über die Etablierung des Technologie- und Transferzentrums für nachhaltige Energien hier in Alzenau – unser Denkzentrum für die nachhaltige, zukunftsgerichtete und innovative Entwicklung von Technologien und Lösungen „Made in Alzenau“. Ich erhoffe mir, dass die Unternehmen aus Alzenau und der Region zusammen mit der TH Aschaffenburg und dem TTZ Großes erreichen werden und wir mit all diesen Projekten und Planungen so die wirtschaftliche Weiterentwicklung Alzenaus erfolgreich weiterführen, die unsere Stadt generell zukunftsfest machen wird.
Zukunftsfest machen uns auch die vielen laufenden Investitionen und Maßnahmen in die Infrastruktur und das Vermögen der Stadt Alzenau, die der Stadtrat zusammen mit der Verwaltung im abgeschlossenen Jahr auf den Weg gebracht hat und die auch in diesem Jahr viele finanzielle auch zeitliche Ressourcen in Anspruch nehmen werden. Sei es der Neubau der Kita Sonnenland in Wasserlos, der Neubau des Faulturms in der Kläranlage, der Erweiterungsbau der Feuerwehr Michelbach-Kälberau, die Sanierungen der Gunkelsrainstraße, der Bahnhofstraße, der Alzenauer Straße und der Kälberauer Straße, der Erweiterungsbau der Grundschule Michelbach – all das sind nur die größten, laufenden Millionen-Projekte von insgesamt knapp 25 Millionen Euro, in die die Stadt baulich investiert. Hinzu kommen noch viele kleinere Maßnahmen, wie die Aufforstung des Waldes, Planungen für Hochwasserschutzmaßnahmen, LED-Umrüstung, als auch die Fortführung der Digitalisierung im Rathaus, Umsetzung einer neuen Homepage mit entsprechendem einheitlichem Auftritt der Stadt. Wir sind auch weiterhin täglich für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und ihre Gäste im Einsatz, getreu dem Leitgedanken: Wir sichern die Lebensqualität von Alzenau schon heute für die Generation von übermorgen!Ich bin daher dankbar, dass der Stadtrat dieses Geld für die Zukunft der Stadt zur Verfügung stellt und sich auch um die finanzielle Verantwortung bewusst ist. Daher ist es nur richtig und wichtig, dass wir zurzeit intensivste Haushaltsberatungen und strukturelle Diskussionen führen. Durch steigende, sprunghafte Ausgaben im Bereich Personal verursacht durch den hohen Tarifabschluss sowie der Kreisumlage wegen der erhöhten Steuerkraft konnte zwar durch Kostenreduzierungen bei anderen Ausgaben zum Teil die Millionen-Lücke im laufenden Haushalt geschlossen werden, aber auf der Einnahmenseite werden neben Gebührenerhöhungen wohl auch Steuererhöhungen nicht vermeidbar sein, um den Haushalt auszugleichen. 
Die Bürgerinnen und Bürger als auch die Unternehmen dieser Stadt erwarten zu Recht, dass wir einen ausgewogenen Mix an Maßnahmen ergreifen, um niemanden über Gebühr zusätzlich zu belasten. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst!
Das Jahr 2023 hat aber auch wieder viel Anlass geboten, um zu feiern und zu gratulieren.
Vielen Dank allen Kuchenbäckern, Schnittchenschmierern, Sekt-Köpfern und Festgästen, die mich, den 2. und 3. Bürgermeister bei den 103 Ehejubiläen umsorgt und verköstigt haben. Im Namen der Stadt haben wir zu folgenden Jubiläen gratuliert:
50 Jahre: 58x60 Jahre: 30x65 Jahre: 14x70 Jahre: 1x
Ein Ehepaar hat in den vergangenen Tagen sogar seinen 73. Hochzeitstag feiern dürfen!
143 Kinder und deren Familien durfte ich zur Geburt gratulieren und die besten Wünsche der Stadt und des Stadtrates postalisch übermitteln. Das sind die jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt.
Zu den ältesten Einwohnern gehören jeweils zwei Hörsteiner: Mit 98 Jahren kommt der älteste Einwohner Alzenaus aus Hörstein und mit 101 die älteste Einwohnerin aus Alzenau aus Hörstein. Aktuell sind 5 Personen über 100 Jahre alt und alles Frauen. Durchschnittlich ist eine Person in Alzenau 45,9 Jahre alt, wobei die Männer im Durchschnitt 44,5 Jahre sind und die Frauen 47,2 Jahre.
Zum 21. Dezember 2023 waren wir in Alzenau 18.947 Einwohner, davon 9.587 weiblich und 9.360 männlich.Diese fast 19.000 Einwohnerinnen und Einwohner engagieren sich in der Freizeit vielfältig in den über 180 Vereinen in der Stadt, welche im neuen Jahr ebenfalls Jubiläen feiern dürfen:
10 Jahre Café Arbeit Alzenau 25 Jahre unBehindert miteinander leben 40 Jahre Freizeitsportverein Grasshoppers Alzenau 40 Jahre Weinbauverein Weinregion Alzenau 40 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kälberau50 Jahre Verein für Natur- und Vogelschutz 60 Jahre Gebietsverkehrswacht Alzenau/Kahlgrund60 Jahre Wanderverein „Weinspechte“ Michelbach 125 Jahre Gesangverein „Eintracht“ Wasserlos 1899 125 Jahre Athleten-Vereinigung Alzenau 1899 
Da freuen wir uns schon heute auf viele Festveranstaltungen und Momente der Heiterkeit.
Apropos Heiterkeit. Mit diesem Thema möchte ich meine Ansprache abschließen. 
Bei einer sehr würdevollen und passenden Trauerfeier für unseren IHK-Ehrenpräsidenten Horst Michaels, der sich mit seinem Engagement sowohl bei den Fränkischen Musiktagen sehr um die Stadt Alzenau als auch durch seinen Beruf und ehrenamtliche Tätigkeiten viele Verdienste für die gesamte Region eingebracht hat und dem ich an dieser Stelle posthum meinen größten Dank aussprechen möchte, hat seine Tochter aus einem Buch von Axel Hacke zitiert. 
Der deutsche Journalist und Schriftsteller hat kürzlich ein neues Buch veröffentlicht mit dem Titel „Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte.“
Hier möchte ich ein paar Absätze aus seinem Essay zitieren:
Bevor es Missverständnisse gibt, sollte ich folgende Frage beantworten: Was meine ich, wenn ich von Heiterkeit rede? Und was meine ich nicht?
Ich meine nicht Lustigsein, Witze erzählen, Fröhlichkeit. Ich meine nicht mal Lachen oder alkoholisiertes Angeheitertsein. Gegen all das ist nichts einzuwenden. Aber es handelt sich um vorübergehende Stimmungen. Ich meine auch nicht: positives Denken, also die Negierung alles Üblen zugunsten der Behauptung, das Leben sei schön.
Die Heiterkeit, von der ich rede, ist etwas Dauerhafteres. Es handelt sich um eine grundsätzliche Sichtweise auf die Welt, auf uns selbst und andere, auf Leben und Tod. Es geht nicht um Verdrängung der Bedrohungen, denen wir uns gegenübersehen, sondern um die Frage, wie wir mit ihnen umgehen. Ob tiefer Ernst die einzig mögliche Sichtweise ist.
Was man daraus lernen kann, mag erst mal seltsam klingen, es ist aber sehr wichtig. Heiterkeit ist nämlich nicht leicht zu haben. Man muss sie sich erkämpfen, erarbeiten.Heiterkeit setzt also eine Anstrengung voraus. Denn hier geht es nicht um einige Stunden am Tag, in denen man alles mal ein wenig anders sieht als sonst. Es geht um den ganzen Tag, die ganze Woche, den Monat, das Jahr, das Leben.
Ich spreche von der Heiterkeit als eine Grundhaltung. Mit diesem Wunsch zur Heiterkeit für das anstehende Jahr möchte ich mich bei Ihnen und Euch für Euer Kommen bedanken.
Vielen Dank insbesondere allen vor und hinter den Kulissen für das Gelingen dieses Empfangs. Vielen Dank für das Organisieren, Planen, Aufbauen, Dekorieren, Ausschenken und auch Abbauen für den heutigen Tag. 
Vielen Dank der Kolpingkapelle Alzenau für die musikalische Umrahmung des Empfangs. Allen Beteiligten ein Vergelt’s Gott und vielen Dank und unser Applaus.
Es gäbe noch so vieles zu berichten und zu erwähnen, aber ich möchte es dabei belassen. Mir ist es wichtig, dass wir nun zusammen diesen Neujahrstag begehen, uns austauschen und gegenseitig auf das neue Jahr mit viel Heiterkeit einstimmen.
Nutzen wir den heutigen Empfang für den Austausch, wie auch im kommenden Jahr viele Anlässe und Formate –  sei es in der Bürgersprechstunde, in Bürgerversammlungen, bei Vereinsgesprächen, bei Festen –  um in Kontakt zu treten, Anregungen zu teilen, Wünsche auszusprechen und zusammen für Alzenau zu arbeiten.
Ich wünsche uns allen ein besonderes Jahr 2024 verbunden mit den besten Wünschen für Sie alle und alle, die auch gerne heute hier gewesen wären. Grüßen Sie bitte diese auch ganz herzlich von mir und überbringen Sie den Gedanken des Friedens, der Gemeinschaft und der Heiterkeit.
Auf ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr 2024! 
Vielen Dank.- Es gilt das gesprochene Wort -