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Bella-und-Israel-Wahler-Platz

Der Bella-und-Israel-Wahler-Platz wurde im Zuge seiner Neugestaltung im Jahr 2020 nach Beschluss des Alzenauer Stadtrates den beiden ehemaligen jüdischen Mitbürgern Bella Wahler (geb. Adler am 7. Mai 1878 in Gleicherwiesen im Landkreis Hildburghausen/Thüringen) und Israel Wahler (geb. 7. August 1875 in Hörstein) gewidmet.

Israel Wahler war von 1894 bis zum 1. April 1931 als Nachfolger seines Vaters Isaak Lehrer an der israelitischen Volksschule Hörstein. Er war außerdem Gründungsmitglied des Gesangvereins „Sängerlust Hörstein 1890“ und übernahm dort im Jahr 1902 für 10 Jahre das Amt des Dirigenten und wurde Ehrenmitglied.

Als allseits anerkannter Oberlehrer wurde er im Alter von 55 Jahren zur israelitischen Elementarschule Neustadt a. d. Saale versetzt, wo er die Nachfolge seines kurz zuvor verstorbenen Bruders Carl (Karlmann) Wahler antrat.

Am 21. März 1901 heiratete Israel Wahler Bella Adler. Bella war Gründungsmitglied des St. Bernhardusvereins Hörstein, der noch heute Träger des Hörsteiner Kindergartens ist und sich die Alten- und Krankenpflege zur Aufgabe machte.
Bella und Israels Sohn Isaac Eddie Wahler, geboren am 2. März 1918 in Frankfurt, überlebte den Holocaust und war Mitarbeiter des Chefanklägers bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen.

Das Ehepaar Wahler, erfolglos um Ausreise bemüht, wurde festgenommen und am 25. April 1942 mit dem Zug von Würzburg zum Bahnhof Krasnystaw bei Lublin deportiert. 852 Jüdinnen und Juden aus Unterfranken wurden auf einem langen Fußmarsch zu dem kleinen Dorf Krasniczyn getrieben, das den Nazis als Durchgangslager diente. Bereits dort oder bis zum Herbst 1942 fielen alle 852 Deportierten dem Holocaust in einem der Vernichtungslager zum Opfer. Der Sterbeort, die Umstände und auch das genaue Sterbedatum von Bella und Israel Wahler konnten nicht festgestellt werden.

Zu ihrer Ehrung wurde zugleich der Gedenkstein an das Ehepaar, der früher im Hörsteiner Räuschberg stand, hierher verlegt. Seit 1988 erinnert auch eine Stele an die ehemalige jüdische Kultusgemeinde von Hörstein.

An Bella-und-Israel-Wahler-Platz stand übrigens von 1873 bis 1974 die alte Hörsteiner Schule, von welcher der Türsturz mit der Jahreszahl 1873 erhalten ist. In unmittelbarer Nachbarschaft neben der Kirche befand sich von 1517 bis 1954 die Zehntscheune zur Lagerung der Zehntabgaben des gesamten „Freigerichts“, deren Existenz an dieser Stelle auf die zentrale Bedeutung der wohlhabenden Marktgemeinde Hörstein im „Freigericht“ hinweist.

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63755 Alzenau
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