Alljährliche Apfelernte auf städtischen Streuobstwiesen
In den frühen Morgenstunden des 7. Oktobers 2017 machten sich wieder viele Alzenauer Kinder und Jugendliche auf zu den städtischen Streuobstwiesen zwischen den Stadtteilen Michelbach und Albstadt, um dort die Umweltabteilung der Stadt Alzenau zu unterstützen.
Zu Beginn wurden die insgesamt 21 Mädchen und Jungen von Dr. Michael Neumann in das Thema rund um Streuobstwiese und Apfelernte eingeführt. Er erklärte, warum die Bewirtschaftung und Ernte solcher so wichtig für Tiere, Pflanzen und Menschen ist. Als Lebensraum für unzählige Tier- und Insektenarten sowie als Brutstätte für den Steinkauz sollte dieser natürliche Rückzugsort erhalten und geschützt werden. Dr. Neumann zeigte der Gruppe auch, welche Äpfel sie ernten dürfen und welche lieber liegen bleiben. Die Einweisung ist vor allem für die Qualität des Apfelsafts von großer Bedeutung, da die Äpfel wieder durch das Schlaraffenburger Streuobstprojekt weiterverarbeitet werden. In diesem Jahr sorgten der späte Frost und die dadurch zerstörten Triebe für große Einbußen bei der Apfelernte.
Die Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 16 Jahren schüttelten und sammelten fleißig die reifen Äpfel. Um einen besonderen Anreiz zu setzen wurde eine „Ernte-Challenge“ gestartet, bei der die Gruppe gewinnen sollte, die die meisten Apfelkisten erntete. Die Siegergruppe wurde zum Schluss besonders geehrt. Wie in jedem Jahr wurde der Gruppe durch die Leihgabe von Schüttelstangen und Rollblitzen von Schlaraffenburger die Ernte erleichtert.
Da in Deutschland jährlich große Mengen an chinesischem Apfelsaftkonzentrat importiert werden, während vor unserer Haustüre die Obstwiesen brach fallen und die Äpfel verfaulen, möchte die Umweltabteilung, die Jugendpflege der Stadt Alzenau und das Schlaraffenburger Streuobstprojekt dieser Entwicklung entgegenwirken. „Das Ziel Jugendliche zu begeistern, zu aktivieren und an das Kulturgut Streuobst heranzuführen, wurde auch in diesem Jahr zu großer Zufriedenheit und trotz erschwerter Umstände erfüllt“, berichten die Veranstalter Dominik Wenzel von der Jugendpflege und Dr. Michael Neumann von der Umweltabteilung des Stadt Alzenau.
Nach getaner Ernte konnte die Gruppe auf stolze 1,5 Tonnen gesammelte Äpfel blicken, was ein beachtliches Ergebnis ist, bedenkt man die geringe Menge an Äpfeln in diesem Jahr.
Beim abschließenden Picknick auf der Erdbeerranch Höfler, konnten sich die Jungs und Mädels beim Mittagessen stärken und die Weiterverarbeitung der Äpfel live miterleben und sogar ein frischgepressten Schluck des leckeren Getränks kosten.
Herbstmarkt im Generationenpark während des Kaiser-Ruprecht-Marktes
Einige der Erntehelfer konnten sich auch am folgenden Sonntag als Verkäufer am Stand der Jugendpflege beweisen und ihre verkäuferisches Talent einsetzen, um den eigens produzierten Apfelmost anzupreisen. Obwohl sich das Wetter am Tag des Kaiser-Ruprecht-Marktes nicht nur von seiner besten Seite zeigte, waren die Mostvorräte, die der Jugendpflege als Spende von der Erdbeerranch Höfler zur Verfügung gestellt wurden, bereits nach wenigen Stunden ausverkauft. Am Abend konnten alle Beteiligten auf ein erfolgreiches und fröhliches aber auch anstrengendes Wochenende zurückschauen.
