Wahlen beim Hospiz-Förderverein Alzenau
Walter Scharwies, ehemaliger Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Alzenau, führt auch in den nächsten zwei Jahren den Hospiz-Förderverein Alzenau als Vorsitzender. Dieses Ergebnis brachten die turnusmäßigen Neuwahlen in der Mitgliederversammlung, die kürzlich im Maximilian-Kolbe-Haus in Alzenau stattfand.
Walter Scharwies, sein Stellvertreter Winfried Bruder, der neue Schatzmeister Falco Stenger und die Beisitzer Susan Blasius, Christoph Hofmann, Yvonne Rosenberger und Irene Treffert bilden den Vorstand des Fördervereins, dem nahezu 600 Mitglieder überwiegend aus dem Landkreis Aschaffenburg, der Region Bayerischer Untermain und dem angrenzenden hessischen Raum angehören. Kraft Satzung gehören die Geschäftsführer der Träger-Gesellschaft BRK-Hospiz GmbH, Stephan Bergmann und Michael Rückert sowie Markus Höfler, Leiter des Hospizes, als Beisitzer dem erweiterten Vorstand an. In ihrem Amt bestätigt wurden die Kassenprüfer Bernhard Väth und Georg Kerber.
Die Gründung des Hospizfördervereins in 2008 erfolgte insbesondere um die Kosten aufzubringen, die der Träger des 2010 errichteten Hospizes als Eigenanteil zu leisten hätte, hatte der Vorsitzende eingangs erläutert. Dieser Eigenanteil lag bisher bei zehn Prozent. Die finanzielle Ausstattung stationärer Hospize erfuhr durch eine Änderung des Hospiz- und Palliativgesetzes im November 2015 eine Verbesserung, so Scharwies weiter. Die Kranken- und Pflegekassen übernehmen seitdem 95 Prozent statt bisher 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Der Kostenanteil, den Hospize durch zusätzliche Spenden aufbringen müssen, werde dadurch reduziert, aber nicht abgeschafft, damit der Charakter der vom bürgerlichen Ehrenamt getragenen Hospizbewegung erhalten bleibe. Auch ein darüber hinaus gehendes Defizit, beispielsweise für Therapien oder höhere Fachkräftequote, müsse ebenfalls durch Spenden finanziert werden. Dazu Scharwies: „Das Hospiz kann Schwerstkranke und deren Angehörige nur dann unterstützen, wenn es selbst unterstützt wird.“
Dies sei auch in 2016 gut gelungen, wie dem Finanzbericht zu entnehmen war. Der Förderverein konnte aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden den vorgeschriebenen Eigenanteil des Hospizträgers in Höhe von rund 45.000 Euro aufbringen, zudem gelang es, die Ersatzbeschaffung für ein behindertengerechtes Fahrzeug im Wert von 30.000 Euro zu finanzieren und verschiedene kleinere Anschaffungen zu bezuschussen. Es wurden auch Kosten für Mitarbeiter-Fortbildung übernommen, die in 2016 unter der Bezeichnung „Palliativ Care“ begonnene ambulante Hospizpflege mit einer Halbtagesstelle wird durch den Förderverein getragen.
Hospizleiter Markus Höfler stellte heraus, dass man sich mit einer Auslastung von 93 Prozent auf sehr hohem Niveau bewege. In 2016 wurden insgesamt 116 Menschen im Hospiz Alzenau versorgt. Die Anfragen kämen überwiegend aus dem Landkreis Aschaffenburg, dem Main-Kinzig-Kreis und dem Ostkreis Offenbach, durch engere Kooperation mit dem ökumenischen Hospizverein Miltenberg-Obernburg stieg auch die Zahl der Aufnahmen von dort.
Christina Gripp vom Malteser Hospizdienst berichtete, dass der Kreis der ehrenamtlichen Hospizhelfer in 2016 rund 650 Stunden Dienst erbracht hätte, stellvertretender Dank ging an Elke Herchenröder. Abgeschlossen werden konnte die Ausbildung 15 neuer Hospizhelfer, zu den Kosten leistete der Förderverein einen Zuschuss.
Die Versammlung genehmigte den durch den Vorstand für 2017 aufgestellten Haushaltsplan, der mit 175.000 Euro veranschlagt ist und als erste Zuschussrate für den geplanten Erweiterungsbau am Hospiz (Angehörigen-Appartement und Personalräume) einen Betrag von 20.000 Euro aufweist.
