Wildkatze im Alzenauer Stadtwald
Die Mitarbeiter der Abteilung Umwelt und Forsten der Stadt Alzenau suchen seit etwa einem Jahr nach Hinweisen auf Vorkommen von Wildkatzen im Stadtwald. Mit Unterstützung des Vereins für Natur- und Vogelschutz gelang nun durch genetische Untersuchungen von Haaren der erste Nachweis des heimlichen Jägers in Alzenau.
Die Wildkatze galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bayern und vielen anderen Bundesländern als ausgestorben. Seit 1984 setzt sich der Bund Naturschutz in Bayern für die Rückkehr der scheuen Waldkatze ein. Bis 2001 wurden über 600 Tier im Vorderen bayerischen Wald, im Steigerwald und v.a. im Spessart ausgewildert. Einen wichtigen Beitrag leistete dabei die Zucht- und Auswilderungsgehege in Rothenbuch, die von Förster Hubert Gebhardt über 25 Jahre betreut wurden.
Seit 2004 laufen intensive wissenschaftliche Untersuchungen zur aktuellen Bestandssituation der Wildkatze in Deutschland. In Bayern hat sich gezeigt, dass die Wildkatze inzwischen wieder weite Teile Nordbayern besiedelt hat. Die Wälder in Spessart, Rhön, Haßbergen und Frankenwald bilden die Verbreitungsschwerpunkte. Hier pflanzen sich Wildkatzen seit Jahren erfolgreich fort. Die Gebiete sind Ausgangspunkte für die Besiedlung der anderen bayerischen Regionen. Auch südlich der Donau gibt es in Schwaben inzwischen die ersten Nachweise.
Der aktuelle Nachweis im Alzenauer Wald gehört wie viele andere Wildkatzen in Spessart und Südrhön zu einer besonderen genetischen Linie, die sich auf die ausgewilderten Tiere zurück führen lässt.
